Bund der Steuerzahler NRW - Rheda-Wiedenbrück hübscht Mensa und Sporthalle auf

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24.08.2018

Rheda-Wiedenbrück hübscht Mensa und Sporthalle auf


(Foto: Bärbel Hildebrand)
Wie schön darf – oder muss – eine Schule sein? Diese Frage stellte sich in Rheda-Wiedenbrück. Hier stellten Politik und auch Bürger fest, dass die neu gebaute Mensa und Sporthalle an der Gesamtschule nicht so aussahen wie erwartet. Da man bei den Baukosten unter dem Kostenansatz geblieben war, hat die Politik beschlossen, das gesparte Geld zum großen Teil in Nachbesserungen zu stecken.

Gut ist nicht gut genug für die neue Gesamtschule in Rheda-Wiedenbrück. Die Turnhalle ist zur Straßenseite mit vertikal angeordneten Fassadenplatten in unterschiedlichen Grautönen verkleidet. Das wirkt zu unruhig – die Kunststoffplatten sollen nun entfernt und durch hochwertigere Metallplatten mit einer anderen Grauverteilung ersetzt werden Die Mensa auf der gegenüberliegenden Straßenseite weist horizontal angeordnete Fassadenplatten in Grau, mit einzelnen Platten in Grün und Gelb auf. Das passt nicht zur Turnhalle. Die Platten sollen entfernt und durch solche ersetzt werden, die optisch an die neue Fassade der Turnhalle angelehnt sind.

Der Eingangsbereich der Turnhalle ist wenig dominant. Er soll verlegt und mit einem Vordach versehen werden. Das Fenster im Treppenhaus wird vergrößert. Mit dem Eingangsbereich der Mensa ist man in Rheda-Wiedenbrück ebenfalls nicht glücklich. Das Vordach mache den Eingang zu dunkel. Es soll entfernt und durch ein kleineres Glasdach ersetzt werden. Alles in allem werden diese Nachbesserungen gut 750.000 Euro kosten. Für die Stadt Rheda-Wiedenbrück kein Problem, ist sie doch beim Bau der Gesamtschule um rund 1,3 Millionen Euro unter den geplanten Kosten geblieben.

Am falschen Ende gespart

Das ist für die SPD-Ratsfraktion eine logische Folge. Ihrer Meinung nach hat die Ratsmehrheit bei den ersten Beschlüssen am falschen Ende gespart. „Wäre man unseren Hinweisen auf Einhaltung angemessener städtebaulicher und funktionaler Standards von Anfang an gefolgt, hätten diese Kosten [für Nachbesserungen und Vermögensminderung wegen Entfernung der jetzigen Fassade, Anm. d. Red.] vermieden werden können.“ Dennoch war die Fraktion bei der Frage der Nachbesserungen unterschiedlicher Ansicht.

Die überwältigende Mehrheit der Ratsmitglieder hält das äußere Erscheinungsbild von Mensa und Turnhalle schlicht für eine Zumutung. Bürgermeister Theo Mettenborg gegenüber dem Bund der Steuerzahler (BdSt) NRW: „Unser Augenmerk gilt dem gemeinsamen Ziel, für unsere Kinder und Jugendlichen in unserer Stadt ansprechenden Lern- und Lebensraum zu schaffen.“ Er hält eine Nachkorrektur für „zwingend geboten“ und eine „Frage des politischen Anstands“.

Man könnte Verständnis für die Haltung der Politik aufbringen, wenn der Rat die Katze im Sack gekauft hätte. Doch es haben Pläne und Entwürfe vorgelegen, und die Stadt hat es versäumt, ihren Gestaltungsbeirat in die Planungen einzubeziehen. Das wurde jetzt nachgeholt.

Ein nachvollziehbarer Kritikpunkt

Die Entwürfe zeigten nicht die technischen Aufbauten auf dem Mensagebäude, ebenso wenig die Regenfallrohre an der Sporthalle. Die Veränderungen oder Ergänzungen seien nicht beraten worden, kritisiert die CDU-Fraktion gegenüber dem BdSt NRW. Mit den nun geplanten Nachbesserungen verschwinden die technischen Aufbauten hinter Fassadenelementen.

Letztlich kann man der Stadt Rheda-Wiedenbrück nur wünschen, dass die Schüler viele Freistunden haben, in denen sie ihre aufgehübschte Schule von außen bewundern können und dass sie niemals in finanzielle Verdrückung kommt, so dass das äußere Erscheinungsbild einer Schule womöglich hinter Investitionen in die Ausstattung dieser und anderer Schulen zurückstehen muss.
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