Bund der Steuerzahler NRW - Neue Pläne fürs Ufer der Weser

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01.11.2013

Neue Pläne fürs Ufer der Weser

Weserplatz und Sphäre sollen in Minden entstehen.


(Foto: Dirk Vaartjes/fotolia)
Wie aus einem Frosch ein Prinz wird, weiß jeder seit der Geschichte vom Froschkönig. Wie aus einem Schiff eine Kugel und aus einem Stadtbalkon der Weserplatz wird, erleben derzeit die Bürger in Minden. Diese Geschichte ist aber viel weniger märchenhaft als die vom Froschkönig.

Minden. Im Februar berichteten „Die NRWNachrichten“ über die Pläne der Stadt Minden, einen „Stadtbalkon“ am Weserufer aufzuständern. Dazu sollte eine begehbare Skulptur aus Stahl gehören, skizziert worden war vom Architekten ein stilisiertes Schiff. Über Größe, Nutzungskonzept und die voraussichtlichen Kosten für den „Stadtbalkon“ konnte die Stadt zu dem Zeitpunkt noch nichts sagen, weil all dies von der „weiteren Präzisierung der Konzeptidee“ abhinge. Die Finanzierung sollte allerdings „bei einer möglichen Realisierung im Wesentlichen durch Mittel der Städtebauförderung des Landes Nordrhein-Westfalen“ erfolgen.

Diese „weitere Präzisierung“ hatte so überraschende Folgen wie der Kuss im Froschkönig: Der Stadtbalkon verwandelte sich in den Weserplatz an der historischen Schlagde, der nicht mehr aufgeständert sein soll, und die Skulptur verwandelte sich von einem Schiff in eine „Sphäre“. Nun können Ideen, die in einer Planungswerkstatt entstehen, sich natürlich ändern. Die Änderungen dürften die Steuerzahler sogar nichts kosten, denn nach Auskunft der Stadt Minden zahlt der Investor ECE, der das benachbarte Einkaufszentrum bauen soll, die Leistungen des beteiligten Urban Index Instituts während der Planungswerkstätten und ebenso die 20.000 Euro für die Machbarkeitsstudie zur Umsetzung von Weserplatz und Sphäre.

Um sicherzugehen, dass der Stadt Minden bei der Planung des Stadtbalkons bzw. des Weserplatzes tatsächlich keinerlei Kosten entstanden sind, stellte der Bund der Steuerzahler NRW der Stadt noch einmal genau diese Frage und fragte zudem, ob es sich beim Weserplatz um ein Projekt der Stadt oder des Investors ECE handelt und wer letztlich die Kosten für die Umgestaltung am Grimpenwall trägt. Bei der Stadt Minden reagierte man pikiert. Die Fragen seien bereits „ausreichend beantwortet“, und man betrachte die Angelegenheit „vor dem Hintergrund wirtschaftlichen Verwaltungshandelns“ als erledigt.

Aber – so brüsk endet doch kein Märchen, meinen Sie? Genau. Und deshalb wird der Bund der Steuerzahler NRW weiter verfolgen, wie der Weserplatz und seine Sphäre die Schlagde aus ihrem Dornröschenschlaf wachküssen.
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