Bund der Steuerzahler NRW - Neue Grenze für geringwertige Wirtschaftsgüter ab 2018

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13.11.2017

Neue Grenze für geringwertige Wirtschaftsgüter ab 2018


(Foto: Pixabay)
Zum 1. Januar 2018 wird nach mehr als 50 Jahren die Grenze für Geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG) von 410 Euro auf 800 Euro angehoben. Folgende Regelungen gelten für Anschaffungskosten beweglicher Wirtschaftsgüter:

Die Anschaffungskosten liegen über 1.000 Euro netto.
Die Wirtschaftsgüter sind in ein Anlageverzeichnis aufzunehmen und über die voraussichtliche Nutzungsdauer gemäß § 7 Einkommensteuergesetz abzuschreiben.

Anschaffungskosten bis 250 Euro netto

Die Wirtschaftsgüter können sofort als GWG abgeschrieben werden oder aber sie werden aktiviert und über die Nutzungsdauer abgeschrieben. Werden sie sofort abgeschrieben, brauchen sie nicht in ein Bestandsverzeichnis aufgenommen zu werden. Die Grenze bis einschließlich 2017 liegt bei 150 Euro.

Anschaffungskosten über 250 Euro bis 800 Euro netto


Hier greift nunmehr die höhere Grenze für sofort abzugsfähige Wirtschaftsgüter. Sie dürfen im Jahr des Zugangs sofort abgeschrieben werden. Gleichwohl sind sie im Anlageverzeichnis zu erfassen. Es kann aber auch eine Aktivierung oder eine Erfassung als Sammelposten erfolgen. Im Sammelposten werden die Wirtschaftsgüter mit jährlich 20% abgeschrieben. Dieses Wahlrecht für den Sammelposten muss aber einheitlich für die gesamten Zugänge eines Jahres erfolgen. Scheidet ein Wirtschaftsgut aus dem Sammelposten durch Verkauf oder Entnahme aus, hat dies keine Auswirkung auf den Sammelposten.

Anschaffungskosten über 800 Euro bis 1.000 Euro netto
Hier gibt es ein Wahlrecht hinsichtlich der Aktivierung und der Übernahme in den Sammelposten eines Jahres.

Beispiel:
Ein Unternehmer erwirbt im Januar 2018 zwei Wirtschaftsgüter mit einer Nutzungsdauer von jeweils zehn Jahren. Die Anschaffungskosten betragen 700 Euro netto und 900 Euro netto. Der Unternehmer hat folgende Varianten:
- Aktivierung beider Wirtschaftsgüter und Abschreibung mit jeweils 10% für zehn Jahre.
- Sofortabschreibung für die 700 Euro und Aktivierung des anderen Wirtschaftsguts mit einer Abschreibung von 10% auf zehn Jahre.
- Bildung eines Sammelposten in Höhe von 1.600 Euro für beide Wirtschaftsgüter. Abschreibung mit 20% über fünf Jahre. Alle weiteren Anschaffungen zwischen 251 Euro und 1.000 Euro müssen auch in den Sammelposten.
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