Bund der Steuerzahler NRW - In Paderborn geht es heiß her

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12.09.2018

In Paderborn geht es heiß her

Messing-Einfassung an Hochbeet sorgt für erhitzte Gemüter


Die gelben Schilder warnen vor der heißen Messingfläche rund um die Beete. (Foto: J. Bergendahl/Die NRWNachrichten)
Wer in Paderborn den kleinen Königsplatz besucht, der sieht in den letzten Tagen immer wieder die gleichen Bilder: Passanten gehen zielstrebig zum neu erbauten Sitzelement und fassen auf die schimmernde Messingplatte, die als Einfassung des Hochbeets dient. Die Reaktionen lassen sich dreiteilen: Kopfschütteln, lachen und fluchen: „Aua, das ist echt heiß!“.

Die heiße Platte gibt es in Paderborn nicht nur beim Japaner, sondern seit der Stadtverschönerung „Revitalisierung der Königsplätze“ auch mitten in der Stadt. Hier wurden zwei Hochbeete mit integrierten Sitzbänken installiert. Kostenpunkt 178.000 Euro inklusive Unterkonstruktion, Bepflanzung, Beleuchtung und Planung.

Im „Supersommer 2018“ erhitzten sich die nicht-vorpatinierten Messingplatten so stark, dass die Stadt sich zum Handeln gezwungen sah. Zuerst wurden als Sofortmaßnahme die Umrandungen mit Matten abgedeckt. Mittlerweile sind diese wieder weg, und gelbe Warnschilder in den Beeten warnen vor der heißen Oberfläche. Trotzdem gibt sich die Stadt gelassen: „Nicht die Bank des neuen Hochbeetsitzelementes erhitzt sich bei starker langanhaltender Sonneneinstrahlung, sondern lediglich die nicht zum Sitzen gedachte Randeinfassung des Hochbeets“, so die Stadt Paderborn, „die Sitzfläche ist somit auch bei Sonne und starker Hitze nutzbar.“ Trotzdem bleibt die Gefahr, dass gerade Kinder sich von der metallisch-glänzenden Oberfläche angezogen fühlen und darauffassen. Die Warnschilder helfen in diesem Fall leider nur bedingt. Auch die Sitzweise mit ausgestreckten, seitlich neben den Kopf platzierten Armen wird zumindest an Sonnentagen schmerzlich enden.

Nun will die Stadt die Messing-Einfassung in absehbarer Zeit mit Holz verkleiden. Das orange-goldene Messing, das die Hochbeete so besonders macht, verschwindet dann zum Teil unter Holz. On Top kommen also Kosten von rund 1.500 Euro hinzu – nach heutigen Schätzungen. Bereits vor der Umsetzung hätten Hersteller und Planer auf die Gefahr der Erhitzung aufmerksam machen müssen. Schließlich sind sie die Experten, deren Rat die Entscheider vor Ort vertrauen. Laut Stadt waren aber weder dem Bauherrn noch den Planern negative Erfahrungen mit Messing bekannt, sie äußerten keine Bedenken. Die Stadt hat ihr Rechtsamt eingeschaltet, geht aber davon aus, keinen Regressanspruch zu haben.

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