Bund der Steuerzahler NRW - Die Gebührenzahler in Siegen-Wittgenstein haben das Nachsehen

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24.05.2012

Die Gebührenzahler in Siegen-Wittgenstein haben das Nachsehen

Ein kaum fertig gestellter Radweg im Siegerland soll wegen einer Wasserleitung aufgerissen werden.


(Foto: Doc RaBe/Fotolia)
Wieder einmal zeigt sich: Kommunikation ist alles. Der Wasserverband Siegen-Wittgenstein plant seit mehreren Jahren, eine neue Wasserleitung zu bauen. Nun ist angedacht, einen erst 2009 fertig gestellten Radweg in Netphen dafür wieder aufzureißen. Schade, dass Stadt und Wasserverband nicht vorher miteinander geredet haben, so dass beide Vorhaben miteinander verbunden werden konnten. Nun wird entweder der nahezu neue Radweg aufgebuddelt oder eine teurere Alternative gebaut. Kosten die dem Gebührenzahler in jedem Fall hätten erspart werden können. Text

Siegen-Wittgenstein. Kaum ist der neue Radweg auf der ehemaligen Bahntrasse von Deuz nach Netphen fertig, soll er schon wieder aufgerissen werden. Jedenfalls dann, wenn es nach den Wünschen des Wasserverbandes Siegen-Wittgenstein geht. Dieser plante nämlich eine neue Wasserleitung genau auf dem neuen Radweg. Eine Alternative gäbe es zwar auch. Doch diese Trasse durch den Wald ist deutlich länger und gut 100.000 Euro teurer. Deshalb bat der Wasserverband die Stadt Netphen um Erlaubnis, die Versorgungsleitung auf dem neuen Rad- und Gehweg verlegen zu dürfen.

Der Stadt- und Entwicklungsausschuss der Stadt Netphen lehnte das Ansinnen ab. Schließlich wurde der Radweg erst Ende 2009 in Betrieb genommen. Würde man ihn jetzt wieder aufreißen, wäre er im Sommer für vier bis sechs Wochen nicht nutzbar – schlecht für Radfahrer und Tourismus. Deshalb soll der Wasserverband jetzt weitere Alternativen suchen. Nur werden diese voraussichtlich teurer, was schlecht für die Verbraucher ist, denn die Kosten fließen in die Wassergebühren ein.

Bleibt die Frage, warum man die beiden Baumaßnahmen nicht sinnvoll und kostengünstig miteinander verbinden konnte. Schließlich hatte der Wasserverband schon in den Jahren 2005 und 2006 im Rahmen einer Machbarkeitsstudie mit den Leitungsplanungen begonnen. Damals wurde die ehemalige Bahntrasse, auf der heute der neue Radweg verläuft, nicht berücksichtigt, weil die Trasse noch nicht entwidmet und damit nicht absehbar war, ob sie jemals für andere Zwecke nutzbar würde, erklärten die Stadt Netphen und der Wasserverband in einer gemeinsamen Stellungnahme. Zwischenzeitlich wurde die Strecke entwidmet und der Radweg von der Stadt Netphen kurzfristig gebaut. Zu kurzfristig für den Wasserverband, der hiervon nichts mitbekam und erst im Nachhinein feststellte, dass die Radroute auch für die neue Transportleitung am wirtschaftlichsten wäre.

Schade, dass die Kommunikation zwischen Stadt und Wasserverband nicht geklappt hat, sonst hätten alle von der preiswertesten Lösung profitieren können. Das Nachsehen hat in diesem Fall der Gebührenzahler.
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