Bund der Steuerzahler NRW - Betriebs-Weihnachtsfeier: Finanziell ist mehr möglich


11.11.2013

Betriebs-Weihnachtsfeier: Finanziell ist mehr möglich

Bund der Steuerzahler erläutert neue Urteile zur 110-Euro-Grenze.


(Foto: Udo Geisler)
110 Euro, das war bisher die Obergrenze, die ein Unternehmen bei einer Betriebs- oder Weihnachtsfeier pro Mitarbeiter als übliche Zuwendung lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei aufwenden durfte. Solche „üblichen Zuwendungen“ sind zum Beispiel Speisen und Getränke, Eintrittskarten für eine Kultur- oder Sportveranstaltung, Übernachtungs- und Fahrtkosten. Nun hat der Bundesfinanzhof zwei neue Urteile zu dieser Freigrenze veröffentlicht, die dem Unternehmen einen größeren finanziellen Spielraum einräumen.

Düsseldorf. Ob Kegelbahn, Essen im Restaurant oder das gemeinsame Beisammensein in der Firma – zum Jahresende veranstalten viele Unternehmen Betriebs- oder Weihnachtsfeiern. Dabei schaut der Fiskus genau hin. Gerade rechtzeitig vor der Weihnachtszeit hat der Bundesfinanzhof zwei neue Urteile zur 110-Euro-Freigrenze für Betriebsveranstaltungen veröffentlicht. Warum die neue Rechtsprechung für viele Firmenchefs und Mitarbeiter günstiger ist, erklärt der Bund der Steuerzahler.

Nach bisher geltender Rechtsprechung sind übliche Zuwendungen eines Arbeitgebers an seine Mitarbeiter bei einer betrieblichen Feier lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei. Solche „üblichen Zuwendungen“ sind zum Beispiel Speisen und Getränke, Eintrittskarten für eine Kultur- oder Sportveranstaltung, Übernachtungs- und Fahrtkosten. Dabei dürfen die Aufwendungen für die Betriebsfeier nicht höher sein als 110 Euro je Arbeitnehmer (inklusive Umsatzsteuer), und es darf nicht mehr als zwei Veranstaltungen im Jahr geben. Wird dieser Rahmen überschritten, gehören die gesamten Zuwendungen an die Arbeitnehmer zum steuerpflichtigen Arbeitslohn.

Nun hat der Bundesfinanzhof entschieden, dass Kosten für den sogenannten äußeren Rahmen einer Veranstaltung, zum Beispiel für die Organisation der Veranstaltung durch eine Eventagentur oder Mietkosten für den Saal, nicht in die 110-Euro-Grenze einzubeziehen sind. Denn diese Aufwendungen bereichern den Mitarbeiter nicht, so die Richter (VI R 94/10). Zudem stellte das Gericht klar, dass der Kostenanteil für eingeladene Familienangehörige grundsätzlich nicht in die 110-Euro-Grenze des Arbeitnehmers einzurechnen ist (VI R 7/11). Wenn Ehepartner oder Kinder an dem Betriebsfest teilnahmen, wurden die Kosten bisher dem Arbeitnehmer zugerechnet. Das heißt, die 110 Euro mussten dann nicht nur für den Mitarbeiter, sondern auch für seine Begleitpersonen reichen. Nach der geänderten Rechtsprechung kann nun für jede teilnehmende Person der Betrag von 110 Euro ausgeschöpft werden.

Die neue Rechtsprechung ist für Unternehmer und Mitarbeiter günstiger, betont der Bund der Steuerzahler, da jetzt größerer finanzieller Spielraum für die Betriebsveranstaltung besteht. Zwar bildet die 110-Euro-Grenze (vorerst) weiter die Marke, um lohn-steuer- und sozialversicherungsfrei mit seinen Mitarbeitern zu feiern, aber allgemeine Kosten und Aufwendungen für Angehörige sind nicht mehr einzurechnen.
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