Bund der Steuerzahler NRW - Wohnen wird immer teurer


11.07.2016

Warum das Wohnen immer teurer wird

Der BdSt meint, Wohnen darf nicht zum Luxus werden. Statt durch neue Regulierungsvorschriften Mieter, Eigentümer und Bauherren zu belasten, sollten diese steuerlich entlastet und so das Wohnen bzw. der Wohnungsneubau gefördert werden.
Nicht nur Mietern und Immobilienbesitzern macht der Staat das Leben durch hohe Steuern schwer, auch diejenigen, die Eigentümer werden wollen, müssen einen hohen Steuerbeitrag leisten. Meist schon vor dem Umzug ins neue Eigenheim oder die Eigentumswohnung kommt die Zahlungsaufforderung des Finanzamts: Grunderwerbsteuer zahlen!

Sie fällt an, wenn ein Kaufvertrag über ein Haus, ein Grundstück oder eine Wohnung abgeschlossen wird. Die genaue Höhe der Steuer hängt davon ab, in welchem Bundesland die Immobilie liegt. Für die Bundesländer ist die Grunderwerbsteuer eine lohnende Einnahmequelle. Über 11 Milliarden Euro nahmen die Länder im Jahr 2015 ein. Damit ist das Aufkommen gegenüber dem Vorjahr um 20 Prozent gestiegen! Das liegt am Immobilienboom. Aber auch daran, dass viele Bundesländer die Steuersätze kräftig erhöht haben. Für das Jahr 2016 werden bereits Einnahmen von mehr als 12 Milliarden Euro erwartet. Bis 2006 lagen die Steuersätze noch bei 3,5 Prozent.

Seitdem liefern sich die Bundesländer ein Kopf-an-Kopf-Rennen um höhere Sätze, denn diese fallen in ihren Zuständigkeitsbereich. Lediglich in Bayern und Sachsen liegt der Steuersatz noch konstant bei 3,5 Prozent. In Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Saarland und Schleswig-Holstein beträgt der Steuersatz bereits 6,5 Prozent. Thüringen zieht zum 1. Januar 2017 nach. Für Immobilienkäufer wird die Grunderwerbsteuer damit zum echten Kostenfaktor, denn es gibt keine Freibeträge – egal, ob die Immobilie zur Altersvorsorge oder das Einfamilienhaus für Selbstnutzer gekauft wird. Konkret gerechnet, zeigt sich die Belastungswirkung:

12.000 Euro Unterschied macht es, wenn man sich ein Eigenheim im Wert von 400.000 Euro im brandenburgischen Potsdam kauft oder ins sächsische Dresden zieht. Das Land Brandenburg erhebt Steuern in Höhe von 6,5 Prozent, das macht im genannten Beispiel 26.000 Euro Grunderwerbsteuern. Wer in Dresden kauft, zahlt bei einem Steuersatz von 3,5 Prozent immer noch satte 14.000 Euro – aber im Vergleich zum Immobilienkauf in Brandenburg fast nur die Hälfte.
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