Bund der Steuerzahler NRW - Tour de France: Kosten des Grand Départ bleiben intransparent

Verschwendung > Aktuelle Fälle
06.06.2018

Tour de France: Kosten des Grand Départ bleiben intransparent


(Foto: K.C., Fotolia)
So wie die Radler bei der Tour de France strampeln sich nun die Verantwortlichen in Düsseldorf ab, damit die Kosten für den Tourstart in der Landeshauptstadt unter Verschluss bleiben. Ein Skandal für den BdSt NRW, der wie immer größtmögliche Transparenz fordert.

Düsseldorf. Dass der Start der Tour de France im Juli 2017 für Düsseldorf per se teuer würde, war klar. Die VIP-Tickets (bis zu 675 Euro) entpuppten sich als Ladenhüter und spülten zu wenig Geld in die Kassen. Gestiegene Sicherheitsanforderungen machten das Radspektakel zusätzlich teurer. Knapp drei Millionen Euro kostete der Grand Départ am Ende mehr als zunächst kalkuliert. Ausgaben von 15,9 Millionen Euro standen Einnahmen von rund acht Millionen gegenüber. Und das, obwohl die Stadttöchter Messe, Flughafen und Stadtwerke ebenfalls als Sponsoren auftraten.

„Das sind geschönte Kosten“, waren sich die Tour-Gegner sicher. CDU-Fraktionschef Rüdiger Gutt sprach sogar von „Tricksereien“ des OBs bei den Tour-Finanzen. „Wir werden im Stadtrat nicht locker lassen, bis wir realistische Zahlen bekommen“, so FDP-Chefin Marie-Agnes Strack-Zimmermann.

Die FDP hatte deshalb im Herbst 2017 den Antrag gestellt, dass sich das Rechnungsprüfungsamt mit den Tourkosten genauer befassen solle. Das Ergebnis liegt mittlerweile vor, und Ende April wurde der Bericht in einer nicht-öffentlichen Sitzung vom Rechnungsausschuss besprochen. Wenn es nach der SPD ginge, würde es auch so bleiben: Der Untersuchungsbericht sollte vertraulich behandelt werden. Die Ratsmitglieder seien über den Inhalt informiert – das müsse reichen an Öffentlichkeit. Das sah die Opposition natürlich anders.

Am 14. Juni soll der Prüfungsbericht des Rechnungsprüfungsamts nun aber doch noch im Rat diskutiert werden – sogar im öffentlichen Teil. Die FDP, die von Anfang an gegen den Tourstart in Düsseldorf war, hat einen entsprechenden Antrag gestellt. Nur Einzelheiten müssten im Sinne des Datenschutzes hinter verschlossenen Türen bleiben. Der Bund der Steuerzahler NRW fordert, Information und Diskussion zuzulassen. Dafür sind Transparenz und eine Einbeziehung der Öffentlichkeit nötig.
Suche
Staatsverschuldung in NRW
0
Zuwachs / Sekunde
0
Schulden / Kopf
0