Bund der Steuerzahler NRW - Mehr Rücksicht auf ältere Steuerzahler nehmen


26.05.2017

Rücksicht auf ältere Steuerzahler


(Foto: Pixabay)
Gerade ältere Steuerzahler fragen immer wieder beim Bund der Steuerzahler nach, ob sie gezwungen werden, in Zukunft ihre Steuererklärung online einzureichen. In diesem Punkt ist die Verunsicherung groß, insbesondere weil die Finanzverwaltung offensiv für die elektronische ELSTER-Steuererklärung wirbt. Doch in aller Kürze: Die Steuererklärung auf Papier bleibt zunächst.

Ausnahmen gelten nur dann, wenn der Rentner auch noch über Einkünfte einer Hausgemeinschaft oder über selbstständige Einkünfte verfügt. In diesen Fällen sieht das Gesetz eine elektronische Steuererklärung vor. Allerdings besteht in Härtefällen die Möglichkeit, weiterhin die Abgabe in Papierform zu beantragen. Zuletzt hat das Finanzgericht Rheinland-Pfalz entschieden, dass bei geringfügigen Einkünften ein Härtefall vorliegt.

Darüber hinaus haben die älteren Steuerzahler mit den komplizierten Steuerformularen zu kämpfen, die sie auch noch beim Finanzamt abholen müssen, weil von einigen Jahren der Versand der Formulare eingestellt wurde.

Kommt dann der Steuerbescheid ins Haus, stehen die älteren Steuerzahler vor einem komplizierten Wust von Zahlen und Begriffen. Abweichungen zur Erklärung werden in der Regel nur im „Kleingedruckten“ im Anhang erläutert. Hier ist die Schriftgröße für ältere Steuerzahler eine Zumutung. So sind sie oft gezwungen, sich eine steuerliche Vertretung zu suchen, die in vielen Fällen mehr Kosten verursacht als Steuern zu zahlen sind. Und zu allem Überfluss können diese Kosten nicht einmal voll abgesetzt werden.

Der Appell an die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung kann daher nur lauten, auch im Zeitalter der Digitalisierung auf die älteren Mitbürger Rücksicht zu nehmen.


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