Bund der Steuerzahler NRW - Reif für die ''Kommunikations- Insel''

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23.03.2010

Reif für die ''Kommunikations- Insel''

In Winterberg wird Schlichtes schlecht, teuer – und unbeliebt.

Ein Schüler entwarf den Plan: Auf dem Pausenhof des Geschwister Scholl Gymnasiums in Winterberg sollte eine hübsche Sitzgelegenheit geschaffen werden. Gute Idee, das machen wir, entschied der Stadtrat. Leider beschloss er auch, die Pläne des Schülers zu verändern. Das Ergebnis: Die neue Sitzgelegenheit nennt sich nun Kommunikationsinsel, ist wesentlich teurer als geplant und kommt bei den Schülern nicht wirklich gut an.

Winterberg. Da staunen Besucher des Geschwister-Scholl-Gymnasiums in Winterberg nicht schlecht: Es glitzert und funkelt auf dem Schulhof, ein Kunstwerk aus tausenden von bunten Mosaiksteinen auf wellenförmigen Betonwänden, an die sich schneckenförmig Bänke schmiegen. „Kommunikationsinsel“ nennt die Schule diesen Aufenthalts- und Erholungsort nun, den sie im vergangenen September stolz der Öffentlichkeit vorstellte. Leider sind ausgerechnet die Schüler überhaupt nicht stolz. Im Gegenteil. Sie haben den Bund der Steuerzahler eingeschaltet. Dabei ließ sich alles so gut an.

Ein Schüler hatte nämlich die Idee zu diesem Konzept und wurde dafür sogar mit dem RWE-Klimaschutzpreis ausgezeichnet. Sein Plan sah vor, dass jeweils zwei im Halbkreis aufgestelle Bänke, angelehnt an einen Wall zwischen vier Bäumen den Schülern in den Pausen als Sitzgelegenheit dienen sollte. Klingt gut, befand unter anderem der Winterberger Rat, und beschloss den Plan umzusezten.


Die Schüler kritisieren: Die Insel sei zu teuer, zu eng, scharkantig und unbequem. (Foto: BdSt NRW)
Mehr Geld sorgte auch für mehr Veränderung in den Plänen

Das Preisgeld in von 800 Euro, das das RWE ausgestellt hatte, reichte dafür aber nicht aus. Und nun wurde nicht gekleckert, sondern geklotzt: Insgesamt wurden 33.000 Euro ausgegeben, 15.000 Euro steuerte die Stadt bei, 18.000 Euro wurden durch Sponsoren finanziert. Ganz nebenbei wurde nun auch das Projekt selbst verändert. Über die funktionale Nutzung hinaus sollte die „Betonschnecke“ als ästhetisches Objekt Sinnträger sein, und man habe auch die Schülerinnen und Schüler an der praktischen Gestaltungsausführung beteiligen wollen, rechtfertigte der Bürgermeister die radikale Änderung des Schülerentwurfes. Er ist zudem überzeugt, dass der neue Treffpunkt von den Schülern sehr gut angenommen wird.

Das darf allerdings bezweifelt werden. Von Seiten der Gymnasiasten heißt es nämlich, dass das teure Objekt hässlich, eng und scharfkantig und damit zum Sitzen ungeeignet sei.

Schade, dass ausgerechnet Schülern des Gymnasiums das kostspielige Kunstwerk so wenig gefällt. Offenbar wurden die Wünsche der Schüler von den Verantwortlichen nicht wirklich berücksichtigt. Wenn man die Sponsoren für das Aufstellen von Bänken und die Begrünung des Schulhofes nach dem ursprünglichen Konzept gewonnen hätte, hätten die Schüler und Steuerzahler sicher mehr von dem Projekt gehabt.
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