Bund der Steuerzahler NRW - Neues vom Emil-Schumacher-Museum

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18.09.2013

Neues vom Emil-Schumacher-Museum

Die Folgekosten bleiben unerfreulich hoch, werden auch nicht sinken und es droht weiteres Übel.


(Foto: BdSt NRW)
Zweimal schon war das Emil-Schumacher-Museum (ESM) in Hagen im Schwarzbuch vertreten, denn es hatte viel höhere Folgekosten nach sich gezogen als ursprünglich geplant. Jetzt gibt es wieder Neuigkeiten und wieder sind es keine guten. Die Besucherzahlen sinken, es gibt Ärger mit der Emil-Schumacher-Stiftung und die Stadt hat einen sehr merkwürdigen Pachtvertrag abgeschlossen, der die Steuerzahler im Ernstfall wieder viel Geld kosten wird. Das Museum steht also nach wie vor unter keinem guten Stern.

Hagen. Die Pannenserie beim Emil-Schumacher-Museum reißt nicht ab – oder besser: Es gibt weiter schlechte Nachrichten. Hatte man 2010 noch gehofft, dass es sich bei den Folgekosten, die in dem genannten Jahr bei 1,3 Millionen Euro statt der geplanten 461.000 Euro lagen, um eine Summe handelt, die in den folgenden Jahren sinken würde, muss man nun feststellen: 2012 ist die Summe sogar noch weiter gestiegen, auf 1,5 Millionen Euro. Vom vorbildlich niedrigen Energieverbrauch kann also nach wie vor keine Rede sein. Mehr noch: Die Stadt gesteht inzwischen ein, „dass die Planer eine energetisch günstige Bewirtschaftung zugesichert haben, die sich in dieser Größenordnung wohl nicht einstellen wird.“

Leider gibt es aber zudem andere Probleme: In den haustechnischen Anlagen ist es zu Hygienemängeln gekommen. Die Trinkwasserleitungen sind mit Keimen befallen und müssen nun regelmäßig gespült werden. Die Folge ist ein schwankender Wasserdruck in der Sprinkleranlage. Der wiederum löste in der Vergangenheit immer wieder den Brandmelder aus und alarmierte zugleich die Feuerwehr. Bis eine technische Lösung gefunden wurde, um die Fehlalarme zu unterbinden, hatte die Stadt insgesamt schon 31.500 Euro für das Ausrücken der Feuerwehr gezahlt.

Ärger scheint es auch mit der Emil-Schumacher-Stiftung zu geben: „Nach Auffassung der Stadt Hagen steht seitens der Emil-Schumacher-Stiftung noch ein Betrag von 750.000 Euro zur Zahlung aus. Die Stiftung hat diesen Betrag bislang nicht bezahlt, da sie die zur Zahlung verpflichtende Vertragspassage anders auslegt.“ Keinen Anlass zur Freude geben auch die Besucherzahlen: Während im ersten vollen Eröffnungsjahr 2010 noch 41.138 Besucher ins ESM kamen, waren es im Jahr 2012 nur noch 23.673 Gäste. Zwischenzeitlich versuchte die Stadt mit einer Happy Hour in der Mittagszeit und einem Eintrittspreis von einem Euro die Besucherzahlen zu steigern.

Aus Steuerzahlersicht mindestens irritierend ist auch ein Deal der Stadt mit dem Pächter der Gastronomie im Museumskomplex. Dieser hat sein Restaurant auf eigene Kosten ausgebaut und eingerichtet und muss erst nach zehn Jahren Miete zahlen. Sollte der Pächter vorher aufgeben, bleibt die Einrichtung für zehn Jahre kostenfrei im Mietobjekt. Was die Stadt außer fehlenden Mieteinnahmen davon hat, bleibt ihr Geheimnis.
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