Bund der Steuerzahler NRW - Misstöne bei Klangbrücke


20.09.2010

Misstöne bei Klangbrücke

EU-Regionale-Kunstwerk ist teurer als geplant, wird nicht freigegeben und verärgert die Anwohner.


Der „singende Lindwurm“ findet noch wenig Anklang. (Foto: Markus Bienwald)
Es sollte das Highlight der EU-Regionale 2008 werden: eine einzigartige Klangbrücke bei Übach-Palenberg, die sich ein niederländisches Planungsbüro ausgedacht hatte. Optisch erinnert sie an ein Dinosaurierskelett, das mit vielen Windspielen behängt ist. Mit einem Paukenschlag wollte der Bürgermeister die Brücke im vergangenen Juni der Öffentlichkeit präsentieren. Beim Überschreiten der Brücke sollten die Bürger den Wohlklängen der Windspiele lauschen.

Übach-Palenberg. Doch daraus wurde nichts. Seit über einem Jahr ist das Kunstwerk „fertig“, darf aber wegen diverser baulicher Mängel von niemandem betreten werden. Unfallgefahren bargen der Lärchenholzbelag der Rampe, der sich verformt hatte, und die Windspiele, die sich bei starkem Wind lösten und herunterfielen. Teilweise hingen die Windspiele auch zu tief, so dass sich Passanten an dem scharfkantigen Metall hätten verletzen können. Auch die Schutzgeländer entsprachen nicht den Sicherheitsbestimmungen. Die Stadt, das Planungsbüro und die ausführende Firma streiten nun um die Schuldfrage und die zusätzlichen Kosten.

Die Gesamtkosten liegen jetzt schon bei rund 1,145 Millionen Euro. Geplant waren ursprünglich 1,125 Millionen Euro, die zu 20 Prozent von der Stadt Übach-Palenberg und zu 80 Prozent aus Städtebaufördermitteln des Landes bezahlt werden sollten. Die zusätzlichen Kosten seien durch Lärmuntersuchungen und Nachtragsarbeiten der Baufirma entstanden. Inwieweit weitere Kosten für die Beseitigung gerügter Mängel an Rampenbelag und Windspielen entstehen und wer sie trägt, kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht beurteilt werden, so die Stadt.

Anwohner verärgert
Doch Misstöne erzeugt die Klangbrücke nicht nur, weil sie lange über den geplanten Zeitpunkt hinaus noch nicht freigegeben ist oder weil bereits 880.000 Euro aus Steuermitteln an die beteiligten Unternehmen bezahlt wurden, sondern auch, weil man sich wohl in der Euphorie zunächst keine Gedanken über die umliegenden Anwohner machte. Denn die sind dem „singenden Lindwurm aus Stahl“ täglich und bei jeder Witterung ausgesetzt. Sie fragten zu Recht, warum solch ein Millionenprojekt gebaut werden darf, ohne bestimmte Auflagen im Vorfeld zu berücksichtigen und zu erfüllen. Nach Darstellungen der Presse wehrten sich die Anwohner gegen das Kunstwerk, schließlich seien die Klangelemente von 3.000 auf 150 reduziert worden. Ob die Brücke bei ihrer geplanten Eröffnung im September Anklang bei den Besuchern findet, bleibt abzuwarten.
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