Bund der Steuerzahler NRW - Lübbecker Schüler müssen lange warten

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20.08.2012

Lübbecker Schüler müssen lange warten

Gute Idee schlecht ausgeführt: Einführung einheitlicher Computer und Programme dauert anderthalb Jahre.


(Foto: contrastwerkstatt/Fotolia)
Die Idee der Stadt Lübbecke war gut: Möglichst einheitliche Computer und Programme sollten mehrere Schulen in der Stadt nutzen. Die Ausführung der Idee war hingegen schlecht: Rund anderthalb Jahre stand der größte Teil der Computer ungenutzt und in Originalverpackung in den Schulen herum. Denn die vorhandene Verkabelung musste erst noch an die aktuellen technischen Anforderungen angepasst werden. Schade für die Schüler.

Lübbecke. Im Jahr 2010 hat die Stadt Lübbecke insgesamt 75 Computer für mehrere Schulen angeschafft. 26.800 Euro haben die Rechner samt Bildschirmen gekostet. Es handelte sich dabei um Rechner, „die im Rahmen eines mehrjährigen Medienentwicklungsplanes angeschafft wurden“, so die Stadt. Gemeinsam mit einem Planungsbüro haben Stadt und Schulen an diesem Plan gearbeitet mit dem Ziel einer möglichst einheitlichen Hardware- und Softwarelandschaft. Sie sollte die Schulen in die Lage versetzen, „eine IT gestützte, zeitgemäße pädagogische Arbeit zu leisten“.

Auf diese Arbeit aber mussten die Schüler lange warten. Denn wie sich herausstellte, basierte der Medienentwicklungsplan auf der vorhandenen Verkabelung – die „allerdings nicht ohne Weiteres an die neuen Anforderungen angepasst werden konnte“, erklärte die Stadt Lübbecke auf die Anfrage des Bundes der Steuerzahler (BdSt) NRW. Ein wichtiges Element des Plans war nämlich, dass die Computer zentral über einen Server im Rathaus gesteuert werden sollten. Von insgesamt fünf Schulen, vier Grundschulen und einer Realschule, berichtet die Lübbecker Presse, in denen die Computer ungenutzt herumstanden, „fein säuberlich in der Originalverpackung“.

Es dauerte bis zum Frühjahr 2012, bis die technischen Voraussetzungen geschaffen waren, die Computer planmäßig anzuschließen. Die Lübbecker Kreiszeitung zitiert Bürgermeister Eckhard Witte: „Die Situation, dass wir so viele Computer so lange nicht nutzen konnten, ist richtig schlecht.“ Dem BdSt NRW teilte die Stadt im März mit, dass die Installation der Computer bis Ende April abgeschlossen sein solle. Rund 76.910 Euro musste die Stadt investieren, um die Technik so aufzurüsten, dass die Rechner in den Schulen bestimmungsgemäß eingesetzt werden können. Kosten, die natürlich auch angefallen wären, wäre die nötige Technik rechtzeitig installiert worden. Das Nachsehen haben die Schüler, die monatelang auf die „IT gestützte, zeitgemäße pädagogische Arbeit“ verzichten mussten.
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