Bund der Steuerzahler NRW - Lange Finger sorgten in Borken für lange Gesichter


23.10.2012

Lange Finger sorgten in Borken für lange Gesichter

Außendienstmitarbeiter steckte sich Parkgebühren in die eigene Tasche.


(Foto: Cornelia Pithart/Fotolia)
2010 fiel der Stadt Borken auf, dass ein Außendienstmitarbeiter, der für die Leerung von Parkscheinautomaten zuständig war, das Geld über Jahre nicht immer zur Sparkasse gebracht, sondern in seine eigene Tasche gesteckt hatte. Den Gesamtschaden von über 211.000 Euro übernimmt zu einem großen Teil die städtische Eigenschadenversicherung. Die Unterschlagungen des Mitarbeiters brachten ans Licht, dass es bei der Stadt Borken an der Kontrolle haperte.

Borken. Ein Mitarbeiter der Stadt Borken, der mittlerweile entlassen wurde, war viele Jahre für die Wartung und Leerung von 23 Parkscheinautomaten in der Stadt zuständig. Im Jahr 2010 fiel bei einer Aufstellung für den Monat Juni auf, dass Geldbeträge aus Parkscheinautomaten nicht auf das Konto der Stadtkasse eingezahlt worden waren. Die Kriminalpolizei wurde eingeschaltet und schließlich Strafantrag bei der Staatsanwaltschaft gestellt. Im Laufe der Ermittlungen gab der Mitarbeiter zu, dass er Geld unterschlagen habe.

Der Nachweis der exakten Schadenshöhe wurde allerdings schwierig. Nur für das Jahr 2010 waren noch Belege über Leerungen der Parkscheinautomaten vorhanden. Anhand dieser Ausdrucke wurde ein Schaden von über 31.000 Euro festgestellt, die der Mitarbeiter zurückzahlte. Für 2009 und die Vorjahre gab es nur handschriftlich geführte Listen über Entleerungsfahrten. Belege über Leerungen der Parkautomaten und Einzahlungen bei der Sparkasse waren schon im Keller des Rathauses geschreddert worden. Ein Auszubildender der Stadt Borken puzzelte die Schnipsel wieder zusammen. Vier Belege konnten so wieder zusammengeklebt und zum Verfahren hinzugenommen werden. Nachgewiesen wurde ein Gesamtschaden von über 211.000 Euro.

Die Stadt gibt zu, dass verschiedene Kontrollmechanismen nicht funktioniert haben. Als Sofortmaßnahme wurden einige organisatorische Änderungen vorgenommen. So würden die Listen jetzt auf EDV-Basis geführt und so gewährleistet, dass alle Quittungen über Leerungen von Parkautomaten fortlaufend erfasst werden. Zusätzlich werde eine Liste der vom Außendienst durchzuführenden Entleerungsfahrten im Fachbereich vorgehalten. So sei jederzeit eine Kontrolle über die Entleerungsfahrten möglich. Quittungen über Leerungen von Parkautomaten und Sparkasseneinzahlungen würden im Original den Kassenanordnungen beigefügt. Zudem werde das interne Kontrollsystem bei der ganzen Stadt untersucht und neu ausgerichtet.

Ende Juli war der Schadenersatzprozess gegen den Ex-Mitarbeiter noch nicht beendet. Die noch ausstehenden 180.000 Euro wird der mittellose Ex-Mitarbeiter wohl nicht zahlen können. Dafür springt die Eigenschadenversicherung der Stadt Borken ein. Zuletzt hatte die Richterin einen Vergleichsvorschlag gemacht, über den gegenwärtig wohl noch verhandelt wird.

Unterstützen Sie unsere Forderung:
Online unterschreiben
Formular zum Download
URL dieser Seite: http://www.steuerzahler-nrw.de/Lange-Finger-sorgten-in-Borken-fuer-lange-Gesichter/49282c58106i1p1541/index.html