Bund der Steuerzahler NRW - Kommt Duisburger Kameraschienenbahn doch noch in Fahrt?


14.01.2013

Kommt Duisburger Kameraschienenbahn doch noch in Fahrt?

Stadt und am Bau beteiligte Unternehmen testen Verfahren zur Mängelbeseitigung.


(Foto: BdSt NRW)
Es kommt Bewegung in die Misere um die Kameraschienenbahn in Duisburg. Die Bahn, die eigentlich zur Kanu-WM 2007 „packende Livebilder“ von Kanurennen liefern sollte, steht seit Jahren still, weil die Technik nicht richtig funktionierte. Der Fall landete vor Gericht. Ein Gutachter hat inzwischen bescheinigt, die Bahn sei „vollständig gebrauchsuntauglich“ und dass eine Sanierung nicht sinnvoll möglich sei. Die Stadt und die beteiligten Unternehmen konnten sich nun aber auf einen Sanierungsversuch für eine Teststrecke einigen.

Duisburg. Seit 2010 berichtete der Bund der Steuerzahler NRW immer wieder über die Kameraschienenbahn im Duisburger Sportpark Wedau. Eigentlich sollte sie „packende Livebilder“ von Kanurennen liefern, doch die computergesteuerte Technologie funktionierte nicht. Von den 1,7 Millionen Euro Gesamtkosten hatte die Stadt schon 1,2 Millionen Euro an ausführende Unternehmen gezahlt. Seit 2008 streitet sie sich vor Gericht mit diesen Unternehmen, wer die Kosten für die Nachbesserung der Bahn tragen muss. Nun wurde das selbstständige Beweisverfahren erst mal beendet. Der Gutachter hat die Kameraschienenbahn aus vielerlei Gründen als „vollständig gebrauchsuntauglich“ eingeschätzt.

Nach Darstellung der Stadt Duisburg tragen zwei Unternehmen, die an der Errichtung der Anlage beteiligt waren, dafür die Verantwortung. Anfang Dezember vergangenen Jahres konnte die Stadt noch nicht absehen, ob sie einen Schadenersatzprozess führen wird. Die beiden Unternehmen hätten technische Einwände gegen die Ergebnisse des Beweissicherungsverfahrens erhoben und hätten das Recht, das Verfahren mit diesen Einwänden fortzuführen. Doch außerhalb des Gerichts hat sich die Stadt mit den Unternehmen auf einen Versuch geeinigt: Auf einer Teststrecke von 100 Metern versuchen die Unternehmen auf eigene Kosten bis 20.000 Euro, die Mängel zu beheben. Dieser Versuch soll bis Anfang 2013 abgeschlossen sein. Ist er erfolgreich, wird die gesamte Strecke nach diesem Verfahren saniert.

„Die Kosten wären insbesondere von den beiden Unternehmen und dem Sicherungsgeber eines dritten Unternehmens zu tragen. Im Einzelnen müsste nach Abschluss des Testverfahrens noch darüber verhandelt werden“, schrieb die Stadt. Nach Einschätzung des Gutachters sei eine Sanierung allerdings nicht sinnvoll möglich, da die Herstellungskosten voraussichtlich deutlich überschritten werden.

Scheitert der Versuch auf der Teststrecke, wird das Beweissicherungsverfahren so lange fortgeführt, bis die Ursachenfeststellung so eindeutig ist, dass in einem Folgeprozess die Kosten einer oder mehreren Parteien eindeutig zugewiesen werden können. Ob die Kameraschienenbahn also nur kurz geruckelt hat oder tatsächlich in Bewegung kommt, bleibt abzuwarten.
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