Bund der Steuerzahler NRW - Hundesteuervergleich 2017


16.05.2017

Hundesteuervergleich 2017

Das kosten Bello, Flocke und Rocky


(Foto: Pixabay)
Ob Dackel, Mops oder Pitbull – das beliebte Haustier kann teuer werden, je nachdem wo es mit Herrchen wohnt. Dies zeigt der Vergleich des Bundes der Steuerzahler (BdSt) NRW. Der Verband hat die Hundesteuer in 232 NRW-Kommunen miteinander verglichen und enorme Spannbreiten bei dieser nicht mehr zeitgemäßen Bagatellsteuer festgestellt. 24 von 205 Kommunen, die bereits im Vorjahr untersucht wurden, haben die Hundesteuer erhöht. 19 Kommunen wurden in diesem Jahr erstmalig dem Vergleich hinzugezogen.

Düsseldorf. Für viele ist der Hund der treueste Freund, und für sie ist die Hundesteuer ein Ärgernis erster Güte. Andere regen sich über die Hinterlassenschaften der Hunde auf, und für sie kann die Hundesteuer kaum hoch genug sein.

Zwischen diesen beiden Extremen bewegt sich auch die Hundesteuer in NRW. Am höchsten ist sie in Hagen mit 180 Euro pro Jahr für einen Hund. Es folgt Bonn mit 162 Euro, und auf Platz 3 liegen Mülheim an der Ruhr und Wuppertal mit jeweils 160 Euro pro Jahr für einen Hund. Für einen weiteren Hund zahlen Hundehalter in Hagen und in Bonn 210 Euro, in Mülheim 220 Euro und in Wuppertal den Spitzensteuersatz von 288 Euro.

Besonders teuer wird es für Hundefreunde in Bedburg, die mehr als zwei Hunde halten: Ab dem dritten Hund zahlt man dort 350 Euro je Hund im Jahr und 1.500 Euro je "Kampfhund" im Jahr. Vergleichsweise geringe Steuersätze für einen Hund erheben die Städte Verl (25 Euro), Harsewinkel (31 Euro) und Hörstel (36 Euro).

Höchster Steuersatz gilt, wenn man mehrere Hunde hält

Wer mehrere Hunde hält, zahlt für jedes Tier den jeweils höchsten geltenden Steuersatz. Wer in Hagen zwei Hunde hält, zahlt den ab dem zweiten Hund geltenden Steuersatz von 210 Euro je Tier, zusammen also 420 Euro. Das halten alle untersuchten Kommunen so, bis auf Elsdorf und Rheine. Dort werden die einzelnen Sätze für Hund Nummer eins mit dem für Hund Nummer zwei usw. addiert.

24 der untersuchten Kommunen haben die Hundesteuer im Vergleich zum Jahr 2016 erhöht. Geseke steigerte den Steuersatz für einen Hund um 40 Prozent – von 60 auf 84 Euro. Es folgen Elsdorf mit einer Erhöhung von gut 32 Prozent (von 77 auf 102 Euro) und Brilon mit einer Erhöhung von 30 Prozent (von 60 auf 78 Euro). In den Kommunen, in denen 2017 erstmalig die erhöhte Hundesteuer für gefährliche Hunde verlangt wird, betragen die Erhöhungen in Haan und Ratingen mehr als 300 Prozent, in Warstein 700 Prozent und in Geseke 810 Prozent. In Kaarst hat sich der Steuersatz für sogenannte "Kampfhunde" verdoppelt.

In 55 Kommunen zahlen Hundebesitzer von "Kampfhunden" den gleichen Steuersatz wie Hundebesitzer der anderen Kategorien. In den restlichen der vom BdSt NRW untersuchten Kommunen fällt ein erhöhter Steuersatz für "Kampfhunde" an. Besitzer von "Kampfhunden" zahlen in Monheim 1.320 Euro, in Siegburg 1.100 Euro und in Schwelm und Wuppertal je1.000 Euro pro gefährlichem Hund und Jahr. 60 Kommunen bieten Kampfhundebesitzern einen reduzierten Steuersatz an, wenn sie einen Nachweis gemäß dem Landeshundegesetz NRW erbringen, dass eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit nicht zu befürchten ist.

Steuerbefreiungen und Ermäßigungen

Eine Steuerbefreiung für hilflose, blinde und Personen, die einen Schwerbehindertenausweis mit dem Merkzeichen „B“, „BL“, „aG“ oder „H“ besitzen, gibt es in fast allen untersuchten Kommunen. In Dinslaken gilt die Steuerbefreiung nur für Blinde und in Köln nur für Personen mit einem Grad der Behinderung von 100 Prozent. Die Steuerbefreiung wird lediglich für einen Hund und nur dann gewährt, wenn der Hund aufgrund seiner besonderen Ausbildung geeignet ist, die Schwerbehinderung zu mildern.

Empfänger von Leistungen zum Lebensunterhalt bekommen in 196 Kommunen eine Ermäßigung. In den meisten Fällen gilt diese allerdings nur für einen Hund. Vorteile für Hundefreunde, die ihren Vierbeiner aus dem Tierheim holen, gibt es in diesem Jahr erstmals in Gütersloh und Hückelhoven: Hier sind Hundehalter von der Hundesteuer befreit. In Duisburg, Dülmen, Gelsenkirchen, Rheinbach, Rösrath und Velbert ist der erste Hund unter dieser Voraussetzung steuerfrei.

Zeitlich befristete Steuerbefreiungen gibt es in 84 Kommunen, wenn ein Tierhalter einen Hund aus dem Tierheim aufnimmt. In Büren, Geseke, Iserlohn und Lippstadt gilt die Steuerbefreiung für drei Jahre. Auf Dauer befreit sind Hunde in Attendorn. In Düren gilt die Steuerbefreiung nur dann, wenn der Hund aus dem Tierheim älter als zehn Jahre ist und in Jülich und Stolberg, wenn der Hund älter als acht Jahre ist.

Auch hat der BdSt NRW eine Steuerermäßigung für Wachhunde untersucht. Dabei handelt es sich um Hunde, die zur Bewachung von Gebäuden erforderlich sind, die vom nächsten bewohnten Gebäude mehr als 200 Meter entfernt liegen. Eine solche Ermäßigung, in der Regel sind es 50 Prozent der satzungsgemäßen Hundesteuer, gibt es in 133 Kommunen. In Bad Oeynhausen und in Rhede werden sogar 75 Prozent Ermäßigung gewährt. In Hennef, Marl, Viersen und Neukirchen-Vluyn gilt die 50-prozentige Ermäßigung nur für einen Hund.

Problem Bagatellsteuern

Der BdSt hält Bagatellsteuern in einem zeitgemäßen Steuersystem für überholt und fordert ihre Abschaffung. Für die Abschaffung der Hundesteuer sprechen gewichtige Argumente. So nimmt diese Abgabe auf die finanzielle Leistungsfähigkeit der Steuerzahler so gut wie keine Rücksicht. Auch ist der Erhebungs- und Kontrollaufwand sehr hoch und das Aufkommen im Vergleich zu den klassischen Kommunalsteuern (Grundsteuer, Gewerbesteuer) eher unbedeutend.

In Dänemark gibt es seit 1972 keine Hundesteuer mehr. Frankreich hat die Hundesteuer 1979 abgeschafft, England 1990, Schweden 1995. In den folgenden Jahren wurde die Hundesteuer auch in Belgien, Spanien, Italien, Griechenland, Ungarn und Kroatien gestrichen.

Die Hundesteuer
Die Kampfhundesteuer
Kommunen, die die Hundesteuer 2017 erhöht haben
Ermäßigungen für Hunde aus dem Tierheim


(Foto: martaposemuckel/pixabay)
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