Bund der Steuerzahler NRW - Essen kriegt die Kurve nicht

Verschwendung > Archiv
31.08.2010

Essen kriegt die Kurve nicht

540.000 Euro kostet der neue Rathauseingang. Er könnte noch teurer werden.


(Foto: Georg Oligmüller)
Essen muss sparen – und leistet sich trotzdem einen teuren Eingang für sein Rathaus.

Essen. Um 381 Millionen Euro einzusparen, bat die überschuldete Stadt Essen im Frühjahr die Bürger per Bürgerhaushalt unter dem Motto „Essen kriegt die Kurve“ um Hilfe. Denn Essen lebt seit Jahren über seine Verhältnisse. Während sich fast 4.000 Bürger Gedanken zum Sparpotenzial machten, scheint der echte Sparwille bei der Stadt fragwürdig. Die Umgestaltung des Rathauszugangs ließ sie sich vorerst 540.000 Euro kosten. Für die Stadt eine „notwendige bauliche Maßnahme“. Da das Dach der neuen Rathausgalerie nun bis ans Rathaus reicht, wollte man die Gelegenheit nutzen und den vor über 30 Jahren fehlgeplanten Eingang neu gestalten und architektonisch an die Rathausgalerie anpassen.

Denn dieser Eingang war ursprünglich mal als Nebeneingang konzipiert. Über die Jahre wurde er jedoch immer stärker genutzt, war aber bautechnisch nicht für die Fußgängerströme ausgelegt. So waren nach Auskunft der Stadt die Drehtüren nicht auf dem aktuellen Stand der Sicherheitstechnik und zudem häufig defekt. Der Zugang war nicht barrierefrei, und es gab ringsum schwer einsehbare Zonen, in denen sich Personen unbeobachtet aufhalten konnten. Für das Geld wurde nun eine „angemessen dimensionierte“ Automatikschiebetüranlage eingebaut, schwer einsehbare Zonen wurden zurückgebaut, und der Zugang wurde barrierefrei gestaltet.

Der Preis ist ein Hammer
So nachvollziehbar die Gründe auch klingen – der Preis bleibt ein Hammer, erst Recht bei der desaströsen Haushaltslage. So kriegt Essen die Kurve sicher nicht.
Hinzu kommen zudem noch 220.000 Euro für den Brandschutz, der notwendig wird, weil nun das Dach der Rathausgalerie an das Rathaus heranreicht. In diesem Zuge wurden auch noch einige Asbestsanierungen am Rathaus notwendig. Derzeit streitet man noch mit dem Betreiber der Rathausgalerie, wer die 220.000 Euro übernimmt. Wann man sich einig wird, konnte die Stadt noch nicht sagen.
Suche
Staatsverschuldung in NRW
0
Zuwachs / Sekunde
0
Schulden / Kopf
0