Bund der Steuerzahler NRW - Erfolg: Jugendwaldheim in der Eifel zieht nicht um

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03.01.2012

Erfolg: Jugendwaldheim in der Eifel zieht nicht um

Die Einrichtung bleibt in Kall und wird nicht für viel Geld auf Burg Vogelsang neu errichtet.


(Foto: BdSt NRW)
Seit mehreren Jahren bemüht sich das Land NRW um eine neue Nutzung für die Burg Vogelsang in der Eifel. Schließlich kam man auf die Idee, dort ein Jugendwaldheim und eine Jugendherberge für mehrere Millionen Euro zu errichten. Dafür sollte das seit 40 Jahren erfolgreich bestehende Jugendwaldheim im Eifelörtchen Kall geschlossen werden. Eine funktionierende Einrichtung schließen, um für viel Geld an einem anderen Ort neu aufzubauen – das riecht nach Steuergeldverschwendung, kritisierte der Bund der Steuerzahler NRW im November. Mit Erfolg. Das Vorhaben wurde gestrichen.

Kall. Vorerst bleibt alles beim Alten. Die geplante Schließung des beliebten Jugendwaldheims Urft im Eifelörtchen Kall, die der Bund der Steuerzahler NRW (BdSt NRW) im November kritisierte, ist vom Tisch. Die Einrichtung bleibt erstmal bestehen und wird nicht auf Burg Vogelsang neu errichtet. Auch die geplante Jugendherberge, die sich mit dem Jugendwaldheim Räumlichkeiten auf Vogelsang teilen sollte, ist gestrichen. Grund hierfür ist, dass die Realisierung des Gesamtprojektes wohl mehr als 50 Millionen Euro gekostet hätte.

Seit 40 Jahren gibt es das Jugendwaldheim Urft in Kall, das fast immer ausgebucht ist. Besonders die Kaller Bürger waren empört, dass die Einrichtung geschlossen werden sollte, um auf Burg Vogelsang – einer ehemaligen Ausbildungsstätte der Nationalsozialisten bei Gmünd/Eifel – neu errichtet zu werden. Das Jugendwaldheim Urft hätte schließen müssen, weil sich das Land keine zwei Standorte leisten kann.

Schon seit Langem müht sich das Land um eine Nutzung für Burg Vogelsang. Neben dem Jugendwaldheim und der Jugendherberge sind weitere Projekte geplant. Schließlich entschied sich das Land für ein gemeinsames Projekt mit dem Deutschen Jugendherbergswerk (DJH) auf Burg Vogelsang. Eine Jugendherberge und ein Jugendwaldheim sollen dort neu gebaut und mit historischen Gebäuden so verbunden werden, dass Jugendherberge und Jugendwaldheim dort gemeinsam Räumlichkeiten nutzen können. Laut Ausschreibungsunterlagen zum Architektenwettbewerb erwartete man „eine besonders innovative Planung, die das gesamte Vorhaben zu einem Leuchtturmprojekt macht“.

Zur Finanzierung der Jugendherberge sollte das DJH von Land, Bund und EU kräftig gefördert werden. Nur 20 Prozent der Kosten hätte es selbst getragen. Die Kosten des Jugendwaldheims hätte das DJH nach Aussagen des Umweltministeriums selbstgetragen. Der Landesbetrieb Wald und Holz wäre Mieter gewesen. Das Jugendwaldheim samt Grundstück in Kall gehören hingegen dem Land NRW.

Der BdSt NRW hatte kritisiert, dass die Steuerzahler bei dem Umzugsprojekt wohl ordentlich hätten draufzahlen müssen. Laut Presse sollte das gesamte Projekt zunächst zehn Millionen Euro kosten. Doch dann kletterten die geschätzten Kosten schon auf 5,5 Millionen Euro für das Jugendwaldheim und 8,7 Millionen Euro für die Jugendherberge. Da gerade Sanierungen in historischen Gebäuden oft teure Überraschungen bergen, war es sehr wahrscheinlich, dass die Kosten weiter gestiegen wären. Auch die Höhe der Miete, die der Landesbetrieb Wald und Holz an das deutsche Jugendherbergswerk für die Nutzung des neuen Jugendwaldheims zu zahlen gehabt hätte, war unklar. Ebenso was mit dem landeseigenen Jugendwaldheim samt Grundstück in Kall geschehen sollte.

Laut Presse hatte sich nun herausgestellt, dass die Realisierung aller EU-geförderten Projekte zusammen über 50 Millionen Euro kosten würde. Damit wäre die Belebung von Vogelsang zu einem EU-Großprojekt geworden mit der Folge, dass die Arbeiten für mindestens ein Jahr stillgestanden hätten, da neue Anträge und Entscheidungen nötig geworden wären. Um dies zu verhindern und wohl auch wegen der heftigen Kritik, entschied das Land, Jugendherberge und -waldheim vorerst zu streichen, um den finanziellen Aufwand unter 50 Millionen Euro zu halten.

Umstritten war der Standort Vogelsang für ein Jugendwaldheim auch, weil der Wald ringsum Nationalparkgelände und ehemaliges militärisches Sperrgebiet ist. Er darf nur auf ausgewiesenen Wegen betreten werden, Erkundungen im Unterholz sind dort nicht möglich.

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