Bund der Steuerzahler NRW - Endlich Fakten zum U-Turm

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13.08.2013

Endlich Fakten zum U-Turm

Stadt beantwortet nach langem Zögern Fragen zu der Kostensteigerung des Leuchtturmprojekts.


(Foto: BdSt NRW)
Statt 54 Millionen Euro wird der Umbau des U-Turms mindestens 86,5 Millionen Euro kosten. Das hat die Dortmunder Presse schon seit langem berichtet. Der Bund der Steuerzahler (BdSt) NRW wollte es aber genau wissen und hat seit 2011 um konkrete Angaben bei der Stadt gebeten. Jetzt endlich mit Erfolg: Die Stadt berichtet, dass allein die Dach- und Fachsanierung fast fünf Mal so teuer geworden ist wie geplant – statt fünf Millionen mussten knapp 23 Millionen Euro gezahlt werden.

Dortmund. Ein langer Atem, diverse Anfragen und schließlich die Klage auf Auskunft waren nötig, dann hatte der Bund der Steuerzahler (BdSt) NRW sein Ziel endlich erreicht. Die Stadt Dortmund stellte schriftlich dar, wie es zu der Baukostenexplosion beim Umbau des U-Turms kommen konnte und was vermutlich noch zu erwarten ist.

Knapp fünf Millionen Euro sollte demnach die Dach- und Fachsanierung des U-Turms ursprünglich kosten. Daraus wurden dann allerdings fast 23 Millionen Euro. Der Grund: Trotz vorliegender Gutachten zur Gebäudesubstanz traten erhebliche Mängel auf, besonders bei der Tragkonstruktion. Ein weiterer Grund lautete, dass sich die Winterbaustelle unerwartet lang hingezogen haben, was mit erhöhter Beheizung und entsprechend hohen Heizkosten verbunden war. Alleine die Sanierung des Kathedralen Daches und die Betonsanierung der Geschossdecken und Stützen kosteten sechs Millionen Euro.

Weitere Kosten entstanden unter anderem für die Sanierung der Außenwand und des Bodens im Erdgeschoss. Und auch der langatmige Bauverlauf verursachte Mehrkosten. Denn Firmen mit Nachfolgegewerken hatten trotz der Verzögerung Zahlungsansprüche.

Besonders ärgerlich für die Steuerzahler ist aber dieser Grund für die Kostenexplosion: der unbedingte Wunsch, den U-Turm schon zum Kulturhauptstadtjahr 2010 zum Zentrum für Kunst und Kreativität fertig zu bekommen. Nach Angaben der Stadt habe das Land großen Druck gemacht, dass dieses Ziel, bei dem knapp die Hälfte der Etagen rohbauähnlich ausgebaut werden sollte, erreicht werde. Deshalb sei auch die Ausschreibung der Arbeiten auf der Grundlage einer Entwurfsplanung und nicht wie sonst üblich auf der Grundlage detaillierter Ausführungsplanungen erfolgt. Die detaillierte Planung folgte erst während der Bauzeit. Ein Vorgehen, das der Stadt teuer zu stehen kam: 46 Millionen Euro waren für den Umbau vorgesehen, 58 Millionen Euro wurden es. Das Land NRW und die EU zahlten jedoch nicht mehr, als die vereinbarte Förderung von 32 Millionen Euro, so dass die Stadt statt 14 Millionen nun 26 Millionen Euro aufbringen musste. Sie wurden aus dem städtischen Sondervermögen finanziert.

Damit aber noch nicht genug. Für den nutzerspezifischen Endausbau, zum Beispiel für das Museum Ostwall oder das Kino, fielen weitere 6,5 Millionen Euro an. Und wirklich fertig sind der U-Turm und sein Umfeld immer noch nicht. Es werden also weitere Kosten für die Entwicklung des Geländes entstehen. Deren Höhe sei derzeit aber nicht abschließend darstellbar, erklärte die Stadt. Sie betont zudem, dass derzeit geprüft werden, ob Planungs- und Koordinierungsfehler zu den Baukostenerhöhungen geführt haben. Ist dies der Fall, könnte die Stadt Kostenansprüche gegen Dritte haben und damit unter Umständen einen Teil der Kosten zurückbekommen. Ende 2013 soll dies geklärt sein und die endgültige Abrechnung vorliegen.

Fazit: Die Antworten der Stadt bestätigen, was längst vermutet und in der Öffentlichkeit diskutiert wurde. Warum die Stadt dennoch nicht antworten ist umso unverständlicher.
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