Bund der Steuerzahler NRW - Düsseldorf: Pflaster in der Altstadt macht Ärger

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29.11.2017

Düsseldorf: Pflaster in der Altstadt macht Ärger

Da haut’s dich um


(Foto: NRWNachrichten)
Die längste Theke der Welt sollte über einen ganz besonderen Bodenbelag erlebbar sein. Leider wird der besonders teuer – und das dauerhaft. Von Januar 2011 bis März 2014 sollten (mit Unterbrechungen) 18.300 qm Pflaster neu verlegt werden. Nun neigt sich das Jahr 2017 dem Ende zu, und die Arbeiten stehen vor dem Abschluss.

Düsseldorf. Schuld für die Verzögerung tragen andere, wie der Bund der Steuerzahler (BdSt) NRW durch eine Anfrage bei der Landeshauptstadt in Erfahrung brachte. Private Baumaßnahmen führten zu den Verzögerungen. Eine bessere Abstimmung im Vorfeld hätte möglicherweise Abhilfe schaffen können. Geplanten Ausgaben von knapp 5,75 Millionen Euro stehen nun voraussichtlich 6,6 Millionen Euro gegenüber. Mit einer satten Baukostenüberschreitung von 856.452 Euro ist also zu rechnen. Dabei steht die Schlussabrechnung noch aus. Damit ist es aber nicht getan: Fugen und Platten des Belages sind defekt, so dass Stolperkanten entstehen. Teils wurden Mängel bei der Abnahme festgestellt, die die beauftragten Fachfirmen beseitigten. Kurios ist, dass die Stadt Düsseldorf 2016 rund 25.000 Euro zur Beseitigung von Schäden ausgab. Davor seien es jährliche Kosten von 15.000 bis 20.000 Euro gewesen, heißt es aus dem Rathaus.

Zukünftig kann es noch teurer werden. Je nach Bauabschnitt endeten bereits die Gewährleistungsfristen. Abenteuerlich ist die Begründung für die Schäden: „Die entstandenen Schäden im Pflasterbelag sind auf den sehr starken Lieferverkehr mit LKW, dem Rangieren mit den Fahrzeugen auf engstem Raum sowie der erforderlichen intensiven Reinigung zurückzuführen.“ Zu hören war auch, dass Karnevals- und Schützenumzüge die Gehwege so stark belasten. Dass an der längsten Theke der Welt die Belastung des Bodenbelags nicht eingeschätzt werden kann, ist nicht nachvollziehbar. Selbst Ortsunkundige wissen, was an den tollen Tagen in der Düsseldorfer Alstadt los ist. Und dass die Vielzahl der gastronomischen Betriebe und Einzelhändler beliefert werden muss, kann kein großes Geheimnis sein.

Ein Gutachter erklärte, die Pflastersteine aus Beton entsprächen der Norm. Das Material war kein Grund für einen Baustopp. Im Umkehrschluss lief bei der Bauausführung offensichtlich etwas falsch. Dabei ist unklar, ob die Stadt besondere Wünsche hatte oder ob die ausführenden Unternehmen Fehler machten. Oder beides. Verwunderlich ist, dass in der Bauausführung keine Änderungen geprüft wurden, um die Mängel zumindest für die Zukunft abzustellen. Neben der Baukostensteigerung wird nun die längste Theke der Welt zur Stolperfalle und Dauerbaustelle. Was lange währt, wird halt manchmal – schlecht.
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