Bund der Steuerzahler NRW - Dormagen: Brücke vier Millionen Euro teurer

Verschwendung > Aktuelle Fälle
09.02.2018

Dormagen: Brücke vier Millionen Euro teurer

Im Frühjahr 2018 soll die neue Autobahnbrücke in Dormagen-Nievenheim an der A57 endlich fertig werden. Die alte Brücke war nach einem Brand einsturzgefährdet und musste erneuert werden. Ein Rückblick auf einige Unwägbarkeiten.
Dormagen. Im Februar 2012 hatten Unbekannte Plastikrohre unterhalb der alten Brücke in Brand gesetzt. Der Rauch nahm den Autofahrern auf der Überführung die Sicht – mit dramatischen Folgen: 20 Fahrzeuge knallten ineinander, mehrere Personen wurden verletzt, ein Mensch starb. Die Hitze des Feuers beschädigte die Brücke so stark, dass sie einzustürzen drohte und nicht mehr befahren werden durfte. Die Brückenreste wurden abgerissen, und die Autobahn zwischen Dormagen und Neuss-Süd war in beiden Fahrtrichtungen wochenlang gesperrt.

Als vorübergehender Ersatz für die zerstörte Brücke dienten zwei so genannte „D-Brücken“. Sie wurden auf einer Rollenbahn vormontiert und danach mithilfe eines zusätzlichen Vorbaus über Industriebahn und Wirtschaftsweg geschoben. Doch diese Zwischenlösung war nicht für die Ewigkeit. Eine neue Brücke musste her, und man entschied sich für ein neues, längeres und breiteres Bauwerk. Die Verbreiterung wurde notwendig, weil sich der Streckenabschnitt zwischen Köln und Neuss bereits im Ausbau befindet. Nach der Fertigstellung soll der Verkehr zunächst vierspurig verlaufen, bis der sechsspurige Ausbau des A57-Abschnitts bei Dormagen beendet ist.

Die von der Straßenbauverwaltung geschätzten Kosten für den Neubau der Autobahnbrücke lagen im Bauentwurf bei 8,9 Millionen Euro. Nach aktuellem Stand belaufen sie sich jetzt auf 13 Millionen Euro. Zu Buche schlugen diverse Verzögerungen: Minusgrade im Winter, Hitze im Sommer und eine sehr aufwendige Bombensondierung. Der Kampfmittelräumdienst vermutete nämlich zwei Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg in zehn Metern Tiefe. Diese Annahme bestätigte sich zwar nicht, sorgte aber für sehr vorsichtiges Arbeiten, eine monatelange Verzögerung und eine Änderung des Bauablaufs.

Doch nicht nur die Herstellung der Brücke wurde teurer. Der Bau und die Unterhaltung einer dritten Behelfsbrücke, die im Entwurf nicht enthalten war, sorgten für weitere Kosten. Zusätzliche Mehrkosten verursachte eine vorhandene Gleisanlage. Die damit einhergehenden Arbeiten vor Ort stellten sich komplexer dar, als bei der Planung zu erwarten war.
Kostenträger der Maßnahme ist die Bundesrepublik. Inwieweit der Brandverursacher zur Kostenrückerstattung jemals herangezogen werden kann – sollte er doch noch gefasst werden –, ist zurzeit nicht absehbar.
Suche
Staatsverschuldung in NRW
0
Zuwachs / Sekunde
0
Schulden / Kopf
0