Bund der Steuerzahler NRW - Doppeltes Lifting in Würselen

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06.03.2013

Doppeltes Lifting in Würselen

Würselen verschönert zum zweiten Mal alte Industriefläche.


(Foto: BdSt NRW)
Zwei ehemalige Kalkhalden und dazwischen eine Brache nahe der Innenstadt von Würselen: 2008 investierte die Stadt mit Hilfe des Landes knapp zwei Millionen Euro, um diese ehemalige Industriefläche an die Innenstadt anzubinden. Der erhoffte Nutzen wurde ganz offensichtlich verfehlt – die Bürger blieben dem „Kalkhaldenpark“ größtenteils fern. Jetzt muss die Stadt schon wieder Geld in die Hand nehmen. Mit 50.000 Euro soll das Ergebnis optimiert werden.

Würselen. In Würselen hat man 2008 zwei Kalkhalden verschönert. Beide Kalkhalden waren mit Treppenaufgängen und die kleinere der beiden Halden zudem mit Aussichtsstegen und Sitzgelegenheiten ausgestattet worden. Zwischen den Kalkhalden wurde ein Veranstaltungsplatz mit einem in Beton einfassten Teich geschaffen. Das Ergebnis dieser zwei Millionen Euro teuren Verschönerungskur konnte allerdings nicht überzeugen. Die Bürger nahmen den so genannten Kalkhaldenpark nicht wie gewünscht an.

Anfang 2010 kritisierte der Bund der Steuerzahler die teure Platzgestaltung und die Inszenierung der Halden, die ihren erhofften Nutzen ganz offensichtlich verfehlten. Der Platz mit dem Wasserbecken wirkte trostlos, die Halden waren verwildert und die Aussicht wenig spektakulär. Auf dem so genannten Dreiecksplatz hatten seit seiner Eröffnung im Jahr 2008 nur sechs Veranstaltungen stattgefunden. Viele Male kam es zu Vandalismusschäden, die die Stadtkasse belasteten. Mehrfach konnte die kleine Halde in den vergangenen Jahren aus Sicherheitsgründen nicht betreten werden. Die feinmaschigen Edelstahlnetze und Spanndrähte, die die steilen Hänge und die Geländer sicherten, wurden beschädigt, zerschnitten oder entwendet und sind mittlerweile durch feste Metallzäune und -geländer ersetzt worden. Kosten für die Stadt : rund 35.000 Euro.

Regressforderung erfolglos
Probleme gab es auch mit dem Kalkhaldenteich. Müll wurde hineingeworfen und Fische ausgesetzt, die dort nicht hingehören und die an Sauerstoffmangel starben. Für 800 Euro schaffte die Stadt daher eine Pumpe an, um den Teich dauerhaft mit Sauerstoff zu versorgen. Eigentlich sollte der Teich im Unterhalt knapp 1.400 Euro kosten, tatsächlich sind es aber über 2.400 Euro. Regressansprüche gegenüber den Planern des Teiches und der Treppenanlagen waren bislang erfolglos, ebenso die Strafanzeigen gegen unbekannte Zerstörer.

Nun wird der Platz für weitere 50.000 Euro, die noch aus Fördermitteln verfügbar sind, „optimiert“. Aus dem Dreiecksplatz soll der Platz der Begegnung werden, der mit fünf Hochbeeten die internationalen Städtepartnerschaften der Stadt Würselen thematisiert. Für Veranstaltungen kann der Platz dann ohne weiteres nicht mehr genutzt werden. Immerhin ist am Rande des Kalkhaldenparks nun eine Altenwohnanlage gebaut worden, die auf etwas mehr Belebung und soziale Kontrolle hoffen lässt.
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