Bund der Steuerzahler NRW - Kölner Oper: Doppelt so teuer, dreifache Bauzeit

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05.07.2017

Doppelt so teuer, dreifache Bauzeit

Köln veröffentlicht neue Pläne für die Sanierung der Oper


Millionengrab: Die städtischen Bühnen in Köln. (Foto: Die NRWNachrichten)
Seit 2012 wird am Offenbachplatz gewerkelt. Schon 2015 wollte man mit der Umgestaltung von Oper und Schauspielhaus fertig sein, 230 Millionen Euro wurden damals veranschlagt. Viel ist seitdem schief gelaufen, die Eröffnung musste immer wieder verschoben werden. Teurer wurde die Sanierung außerdem, und so sicherte sich die Stadt Köln 2016 einen Platz im Schwarzbuch. Jetzt hat die Stadt ihre Neuplanung vorgestellt.

Diese Mitteilung aus dem Rathaus war ein Paukenschlag: Mit bis zu 570 Millionen Euro wird ab sofort gerechnet, hinzukommen die Mieten für die Ausweichquartiere (rund zehn Millionen pro Jahr) und Kreditzinsen. Erst Ende 2022 sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein. Wohlgemerkt, es handelt sich um eine Sanierung, keinen Neubau.

Realistische Perspektive?

„Natürlich verstehen wir, dass die schiere Wucht der Zahlen zunächst für Diskussionen sorgen wird. Unsere Aufgabe war es aber, aus einer realistischen Zustandsbeschreibung der Baustelle zu einer realistischen Projektperspektive zu kommen. Diesen Auftrag haben wir erfüllt, auch wenn wir selbstverständlich wissen, dass sich viele Menschen ein anderes Ergebnis erhofft haben. Bei den vorgelegten Annahmen handelt es sich also um eine nach heutigem Stand realistische Perspektive“, so der Technische Betriebsleiter Bernd Streitberger.

Transparenz fehlt

Warum es nicht von Anfang an realistische Pläne gab, dazu schweigt die Stadt. Oberbürgermeisterin Henriette Reker betont, dass es eine ihrer „ersten Amtshandlungen war, Transparenz in die verfahrene Situation bei der Bühnensanierung“ zu bringen.

Doch von Transparenz ist man immer noch weit entfernt. Verantwortliche werden bisher nicht genannt, klare Strukturen sind nicht auszumachen. Die Stadt wartet ein Gutachten des Rechnungsprüfungsamts ab, das im Herbst vorliegen soll.
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