Bund der Steuerzahler NRW - Der große Hundesteuer-Vergleich für NRW


02.07.2018

Der große Hundesteuer-Vergleich für NRW

BdSt NRW untersucht 338 Kommunen


(Foto: mdorottya, Fotolia)
Ob Mops, Schäferhund oder Bulldogge – der geliebte Vierbeiner kann teuer werden, je nachdem wo er mit Herrchen wohnt. Zwischen 25 Euro jährlich für einen Hund in Verl und 180 Euro im Jahr in Hagen ist alles drin. Auch in diesem Jahr hat der Bund der Steuerzahler (BdSt NRW) die Hundesteuer in 338 NRW-Kommunen mit den höchsten Einwohnerzahlen verglichen. Positiv dabei: Nur 15 der 338 untersuchten Kommunen haben die Hundesteuer in diesem Jahr erhöht.

Düsseldorf. Bei der Anschaffung eines Hundes müssen nicht nur die Kosten für Futter und den Tierarzt, sondern auch für die Hundesteuer einkalkuliert werden. Da die Kommunen die Hundesteuer selbst festlegen können, fällt diese je nach Wohnort sehr unterschiedlich aus und unterliegt der politischen Willkür vor Ort. Die höchste Hundesteuer für die Haltung eines Hundes verlangt weiterhin die Stadt Hagen mit 180 Euro pro Jahr, dicht gefolgt von Bonn mit 162 Euro und Wuppertal und Mülheim an der Ruhr mit 160 Euro jährlich.

Auffällig ist, dass die Hundesteuer bei den kreisfreien Städten besonders hoch ist. Die 13 Städte mit der höchsten Hundesteuer sind alles kreisfreie Städte. Hundehalter, die zwei Hunde halten, zahlen in Wuppertal (288 Euro/Jahr pro Hund), Leverkusen (264 Euro/Jahr pro Hund) und Mülheim an der Ruhr (220 Euro/Jahr pro Hund) am meisten. Ab dem dritten Hund ist Bedburg mit 350 Euro im Jahr je Hund der Spitzenreiter.

Vergleichsweise geringe Hundesteuersätze erheben die Städte Verl mit 25 Euro, Harsewinkel und Reken mit 31 Euro jeweils für einen Hund und ein Jahr. Positiver Spitzenreiter ist Verl auch bei der Hundesteuer für als gefährlich eingestufte Hunde. Dort werden 25 Euro erhoben.

"Gefährliche Hunde"

Hundebesitzer von gefährlichen Hunden zahlen in 82 der untersuchten Kommunen den gleichen Steuersatz wie Halter anderer Hunderassen. Die restlichen Kommunen erheben einen erhöhten Steuersatz für gefährliche Hunde. 77 Kommunen bieten Haltern gefährlicher Hunde einen reduzierten „Kampfhundesteuersatz“ an, wenn sie einen Nachweis gemäß Landeshundegesetz NRW erbringen, dass eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit nicht zu befürchten ist. Ahlen, Löhne und Voerde haben die Möglichkeit dieses Nachweises in diesem Jahr neu eingeführt. Die Stadt Haan verzichtet mit Änderung der Satzung vom 12. Dezember 2017 auf die erhöhte Steuer für gefährliche Hunde.

In Monheim fallen 1.320 Euro an, Solingen berechnet 1.200 Euro und Siegburg 1.100 Euro für jeweils einen gefährlichen Hund. In Leopoldshöhe wurde die Kampfhundesteuer erstmalig eingeführt. Dort beträgt die Erhöhung für einen gefährlichen Hund 400 %. Herne hat die Hundesteuer für gefährliche Hunde um gut 73 % erhöht, Solingen folgt mit einer Erhöhung von gut 66 %.

Steuerbefreiung

In fast allen untersuchten Kommunen wird auf Antrag Steuerbefreiung gewährt für Hunde, die ausschließlich zum Schutz und der Hilfe Blinder, Gehörloser und sonstiger hilfloser Personen dienen. Sonst hilflose Personen sind solche, die einen Schwerbehindertenausweis mit den Merkzeichen „B“, „BL“, „aG“ oder „H“ besitzen. Ausnahme ist die Stadt Bonn. In Bad Honnef und Herzogenrath gilt die Befreiung nur für einen Hund, in Dinslaken wird die Steuerbefreiung nur Blinden gewährt und in Köln nur Menschen mit einem Grad der Behinderung von 100 %.

Ermäßigung zumindest für den ersten Hund bieten 273 Kommunen auch sozial schwachen Einwohnern, also Empfängern von Leistungen zum Lebensunterhalt und diesen einkommensmäßig gleichstehenden Personen. In den meisten Fällen gilt die ermäßigte Steuer nur für einen Hund. In den Städten Duisburg, Dülmen, Gelsenkirchen, Rheinbach, Velbert und Vlotho ist ein Hund für sozial schwache Einwohner frei. Zahlreiche Städte stellen Hundehalter für eine gewisse Zeit von der Hundesteuer frei, wenn sie ihren Hund aus dem Tierheim holen. Die Städte Burscheid und Hamm haben die Tierheim-Befreiung, die auf ein Jahr befristet ist, in diesem Jahr eingeführt, die Stadt Geldern hat die Befreiung von einem Jahr auf drei Jahre verlängert.

Wachhunde

Weitere Steuerermäßigungen gibt es für Hunde, die zur Bewachung von Gebäuden erforderlich sind, die von dem nächsten bewohnten Gebäude mehr als 200 Meter entfernt liegen. 222 Kommunen gewähren diese Steuerermäßigung für Wachhunde, 196 davon gewähren eine Ermäßigung um 50 %. Bad Oeynhausen gewährt sogar eine Ermäßigung von 75 % und Vreden von 80 %. Viele dieser Kommunen bieten außerdem eine Ermäßigung für Hunde, die zur Bewachung von landwirtschaftlichen Anwesen erforderlich sind, die von dem nächsten im Zusammenhang bebauten Ortsteil mehr als 400 Meter entfernt liegen. Die genauen Ermäßigungen wurden vom BdSt NRW jedoch in diesem Vergleich der Hundesteuer nicht untersucht.

Nach wie vor hält der Bund der Steuerzahler NRW die Hundesteuer als Bagatellsteuer für nicht zeitgemäß und fordert ihre Abschaffung. Dafür sprechen gewichtige Argumente: Die Abgabe nimmt auf die finanzielle Leistungsfähigkeit der Steuerzahler so gut wie keine Rücksicht. Außerdem ist der Erhebungs- und Kontrollaufwand der Hundesteuer hoch und das Aufkommen im Vergleich zu den klassischen Kommunalsteuern, wie die Grund- und Gewerbesteuer, eher unbedeutend.

Die Tabellen:
- Hundesteuer - Gesamtübersicht (aufsteigende Sortierung, ein Hund)
- Gesamttabelle (alphabetische Sortierung)
- Wo wurde es teurer bzw. günstiger? - Steueränderungen von 2017 auf 2018
- Steuersätze für gefährliche Hunde (absteigende Sortierung nach dem ersten Hund)
- Städte, die Steuerbefreiung oder -ermäßigung für Hunde aus dem Tierheim gewähren (alphabetisch)
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