Bund der Steuerzahler NRW - Chance bei der Begatalbahn vertan


05.01.2012

Chance bei der Begatalbahn vertan

In Lemgo wurde eine Haltestelle gebaut und eine Teil-Bahnstrecke reaktiviert, obwohl es nicht genug Kunden gibt.


(Foto: BdSt NRW)
Bereits im April 2006 kritisierte der Bund der Steuerzahler NRW den geplanten Bau der Haltestelle Lemgo-Lüttfeld und die Reaktivierung der Begatalbahn bis zu diesem Haltepunkt. Das Projekt solle erst durchgeführt werden, wenn auch die Finanzierung des Gesamtprojektes "Reaktivierung Begatalbahn" geklärt sei. Nun ist die Haltestelle gebaut, aber das Gesamtprojekt wegen der finanziellen Lage verschoben. Fazit: Ein klassischer Fall von Verschwendung.

Lemgo. Die schlimmsten Befürchtungen haben sich bestätigt. Diese Aussage gilt leider uneingeschränkt für den Bau der Haltestelle Lemgo-Lüttfeld und die Reaktivierung der Begatalbahn bis zu diesem neuen Haltepunkt. Im April 2006 hatte der Bund der Steuerzahler (BdSt) NRW erstmals über diesen Fall berichtet. Damals war geplant, für insgesamt 3,9 Millionen Euro das 1,9 Kilometer lange Teilstück der so genannten Begatalbahn von Lemgo bis Lemgo-Lüttfeld zu reaktivieren und dort einen neuen Haltepunkt zu bauen – obwohl klar war, dass diese Strecke nur einige hundert Schüler täglich nutzen würden. Das Argument, warum der Plan trotzdem verwirklicht wurde, lautete, dass zu einem späteren Zeitpunkt auch der Rest der Begatalbahn bis nach Barntrup reaktiviert werden würde und dann deutlich mehr Bürger die Bahn nutzen würden.

Daran zweifelte der BdSt jedoch stark. Denn die dafür veranschlagten Kosten in Höhe von rund 20 Millionen Euro standen schlicht nicht zur Verfügung. Wie also sollte dieses Projekt finanziert und sollten anschließende Betriebskosten getragen werden? Sein Rat lautete daher klar: Die Reaktivierung bis nach Lemgo-Lüttfeld sollte warten, bis die Finanzierung des Gesamtprojekts gesichert ist – sonst droht Verschwendung.

Nun haben sich die Zweifel bestätigt: Der Verkehrsverbund Ostwestfalen Lippe bzw. die verantwortlichen Politiker in Lemgo und Dörentrup waren nicht bereit, den jährlich erforderlichen Betriebskostenzuschuss in Höhe von einer Million Euro für die Begatalbahn zu übernehmen, berichtet die Presse. Die Verkehrsbetriebe Extertal erklärten zudem in einem Telefonat mit dem BdSt NRW, dass das Projekt „Reaktivierung Begatalbahn“ aufgrund der finanziellen Lage auf unbestimmte Zeit verschoben sei.

Für den Ausbau des ersten Streckenabschnitts und den Neubau des Haltepunktes Lemgo-Lüttfeld kommt das allerdings zu spät. Beides ist bereits abgeschlossen. Ein Rückbau, damit zumindest die Zuschüsse für den unwirtschaftlichen Streckenabschnitt nicht weiter gezahlt werden müssen, scheidet auch aus. Denn dann
müssten die Fördergelder zurückgezahlt werden. Auch dieses Geld hat man nicht – womit die Verschwendung vollzogen ist.
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