Bund der Steuerzahler NRW - BdSt appelliert: Kein Glasdach für Mettmann

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10.05.2017

BdSt appelliert: Kein Glasdach für Mettmann

In einem Durchgang des Mettmanner Jubiläumsplatzes zur Mühlenstraße steht ein Wetterschutzdach. „Waschbrett“ nennen die Mettmanner Bürger die gefaltete Betonkonstruktion. Jetzt soll ein teures Glasdach das alte Waschbrett ersetzen. Doch ist das wirklich notwendig?

Derzeit verändert sich die Mettmanner Innenstadt. Die Fußgängerzone wurde bereits umgestaltet, die Mühlenstraße und der Jubiläumsplatz sollen folgen. Das Waschbrett, ein Wetterschutzdach im Durchgangsbereich des Jubiläumsplatzes zur Mühlenstraße, erscheint den Mettmanner Politikern im neu gestalteten Umfeld optisch nun nicht mehr passend.

Für eine zeitgemäßere Überdachung hat die Bezirksregierung Fördermittel in Aussicht gestellt. Drei quadratische Glasschirme in einer Stahl-Glaskonstruktion und eine attraktivere Gestaltung drumherum schweben den Politikern in Mettmann vor. Einen Beschluss, die Fördermittel zu beantragen, gibt es bereits.

500.000 Euro würden die Planung, der Abbruch des Waschbretts und der Neubau des Glasdachs kosten. Hinzu kämen noch Kosten für die weitere Platzgestaltung. Finanziert werden muss der städtische Eigenanteil von 30 Prozent aus Krediten. Zwei mal pro Jahr muss das Glasdach außerdem gereinigt werden zu Kosten von 500 Euro je Reinigung, wie aus Ratsunterlagen hervorgeht.

Könnte auf ein Wetterdach nicht komplett verzichtet werden? Bürger berichten, dass an Markttagen zwei bis drei Händler ihre Stände darunter aufbauen. Auch Wahlkämpfer stehen dort regensicher. Mal gibt es dort eine Podiumsdiskussion, mal ein kleines Konzert. Doch für all diese gelegentlichen Nutzungen ließen sich günstigere Alternativen finden. Die Verwaltung schlägt vor, die massive Dachkonstruktion zu entfernen. Stattdessen sollte es Neupflanzungen von Platanen geben, die mit ihrem Blätterdach einen Sonnenschutz bieten.

Das Waschbrett könnte auch bleiben wie es ist. Zugegeben, es ist klobig und nicht sehr elegant. Doch eine optische Zumutung ist es nicht.
In der Märzsitzung des Ausschusses für Planung, Verkehr und Umwelt sind die Politiker angesichts der Kosten nachdenklich geworden. Einigen war die Summe zu hoch, andere fragten nach Alternativen.

Beschlossen wurde erstmal nichts, bevor nicht klar ist, ob Fördermittel fließen. Doch auch wenn das Land die 70 Prozent Förderung für das schicke Glasdach spendiert und der Eigenanteil der Stadt „nur“ 30 Prozent ausmacht – es ist alles Steuergeld. Wer 500.000 Euro für ein verzichtbares Projekt verbrät, muss damit rechnen, dass ihm der Bund der Steuerzahler wegen Steuergeldverschwendung aufs Dach steigt.

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