Bund der Steuerzahler NRW - Weg zur Arbeit mit 30 Cent je Kilometer ansetzen

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24.01.2017

Weg zur Arbeit mit 30 Cent je Kilometer ansetzen

BFH urteilt über Aufwendungen eines Kundendienstmonteurs für die Wege zwischen Wohnung und Betrieb


(Foto: Skitterphoto/pixabay)
Ein angestellter Kundendienstmonteur kann den Weg zu seiner Arbeitsstelle mit dem erhöhten Kilometersatz von 0,30 Euro je gefahrenen Kilometer ansetzen. Das hat der Bundesfinanzhof (BFH) mit Urteil vom 31. August 2016 entschieden.

München. In dem Fall ging es um folgendes: Der Kläger erzielte als Kundendienstmonteur im Streitjahr (2013) Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit. Für die Fahrten zwischen seiner Wohnung und dem Betriebsgelände seines Arbeitgebers, wo er sich sowohl morgens zu Beginn als auch nachmittags zum Ende seiner Arbeitszeit jeweils zwischen 15 bis 20 Minuten aufhielt, nutzte er seinen privaten PKW. Ansonsten war er im Streitjahr auf auswärtigen Baustellen tätig, zu denen er mit einem Firmenwagen fuhr, der auf dem Betriebsgelände „stationiert“ war. Der BFH entschied nun, dass der Monteur die Fahrten zum Betriebsgelände mit 0,30 Euro je gefahrenen Kilometer ansetzen kann. Diese Entscheidung fiel noch nach altem Recht, weil es um das Jahr 2013 ging.

Der BFH erklärte, dass eine Arbeitsstätte nicht jeder beliebige Tätigkeitsort ist, sondern der Ort, an dem der Arbeitnehmer typischerweise seine Arbeitsleistung im Schwerpunkt zu erbringen hat. Entscheidend ist, wo sich der ortsgebundene Mittelpunkt der beruflichen Tätigkeit eines Arbeitnehmers befindet. Dieser Mittelpunkt der dauerhaft angelegten beruflichen Tätigkeit bestimmt sich nach den qualitativen Merkmalen der Arbeitsleistung, die der Arbeitnehmer an dieser Arbeitsstätte im einzelnen wahrnimmt oder wahrzunehmen hat, sowie nach dem konkreten Gewicht dieser dort verrichteten Tätigkeit. Allein der Umstand, dass ein Arbeitnehmer eine betriebliche Einrichtung seines Arbeitgebers nachhaltig (arbeitstäglich) aufsucht, kann dort keine regelmäßige Arbeitsstätte begründen.

Die Entscheidung erfolgte noch für das Streitjahr 2013 und damit zum alten Recht. Nach dem neuen Reisekostenrecht würde der Betrieb nur dann die erste Tätigkeitsstätte sein, wenn der Arbeitgeber dies anordnet. Ansonsten gilt folgendes: Allein ein regelmäßiges Aufsuchen der betrieblichen Einrichtung, z. B. für kurze Rüstzeiten, zur Berichtsfertigung, zur Vorbereitung der Zustellroute, zur Wartung und Pflege des Fahrzeugs, zur Abholung oder Abgabe von Kundendienstfahrzeugen oder LKWs einschließlich deren Be- und Entladung, zur Abgabe von Auftragsbestätigungen, Stundenzetteln, Krankmeldungen und Urlaubsanträgen führt noch nicht zu einer Qualifizierung der betrieblichen Einrichtung als erste Tätigkeitsstätte.

Die Broschüre des BdSt zum neuen Reisekostenrecht kann per E-Mail unter steuern@steuerzahler-nrw.de angefordert werden.
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