Bund der Steuerzahler NRW - Verluste aus Verfall von Optionen steuerlich berücksichtigen

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08.04.2016

Verluste aus Verfall von Optionen steuerlich berücksichtigen


(Foto: GaToR-GFX/Fotolia)
Verluste aus dem Verfall von Optionen mindern die Einkünfte aus Kapitalvermögen. Das hat der Bundesfinanzhof (BFH) mit drei Urteilen vom 12. Januar 2016 entgegen der Rechtsauffassung des Bundesministeriums der Finanzen entschieden.

In den Streitfällen hatten Privatanleger Aktien- und Indexoptionen erworben. Der Kurs der Wertpapiere und Aktienindizes entwickelte sich nicht wie erwartet. Die Optionen „liefen aus dem Geld“ und mussten nach Ende der Laufzeit als wertlos aus den Wertpapierdepots der Anleger ausgebucht werden. Die Steuerzahler machten den Wertverlust als Werbungskosten bei ihren Einkünften aus Kapitalvermögen geltend. Dies lehnte die Finanzverwaltung ab. Die Klagen vor den Finanzgerichten dagegen hatten Erfolg.

Der BFH erkennt die Verluste aus dem Verfall der wertlos gewordenen Optionen steuerlich an. Allerdings betrachtet er die Kosten nicht als Werbungskosten, sondern als Verluste bei der Ermittlung der Einkünfte aus Kapitalvermögen nach § 20 Abs. 2 S. 1 Nr. 3 Buchst. a Einkommensteuergesetz. Dies folgt aus dem Wortlaut, der systematischen Stellung und dem Sinn und Zweck der Regelung.

Dabei ist unerheblich, ob der Anleger aufgrund der Option auch den zugrundeliegenden Basiswert erwirbt oder ob er einen sich aus dem Optionsgeschäft ergebenden Unterschiedsbetrag in bar ausgleicht. Der BFH betrachtet die Anschaffung der Option und den Ausgang des Geschäfts als Einheit. Die Steuerpflichtigen dürfen daher den Wertverlust mit anderen Einkünften aus Kapitalvermögen (z.B. aus Zinsen oder Dividenden) verrechnen und steuerlich nutzen.

Mit diesen Urteilen wendet sich der BFH ausdrücklich gegen die Auffassung des Bundesfinanzministeriums im Schreiben vom 9. Oktober 2012. Die Urteile sind auch deshalb von besonderer Bedeutung, weil sie zur heute geltenden Rechtslage nach Einführung der Abgeltungssteuer ergangen sind.

BFH, Urteile vom 12. Januar 2016
Az. IX R 48/14, Az. IX R 49/14 und Az. IX R 50/14

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