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06.04.2009
Rahden. Die Stadt Rahden hat einen Bahnhof – besser gesagt, sie besitzt einen. Im Jahr 2005 hat sie das 5.700 Quadratmeter große Grundstück mitsamt Bahnhofsvorplatz und -gebäude, Güterschuppen, Omnibusbahnhof sowie Pkw- und Fahrradabstellplätzen für 12.000 Euro der Deutschen Bahn abgekauft. Klingt günstig, doch das denkmalgeschützte Gebäude war verfallen und musste saniert und für die neue Nutzung umgebaut werden. Kosten: rund 1,28 Millionen, von denen die Bezirksregierung 233.000 Euro übernimmt.
Deutsche Bahn setzte Stadt Pistole auf die
Um den Omnibusbahnhof zu sichern kaufte die Stadt das gesamte Bahnhofsgelände. Brust
Die Folgekosten muss die Stadt aber alleine tragen, und die belaufen sich auf jährlich rund 70.000 Euro. Zuviel, kritisieren einige Bürger. „Wir hatten keine Wahl“, hält Bürgermeister Bernd Hachmann dagegen. Hätte die Stadt nämlich nicht das Gesamtpaket akzeptiert, hätte die Bahn das Gebäude und die Flächen einzeln an Dritte verkauft. Dann wäre der Omnibusbahnhof womöglich einer anderen Nutzung zugeführt worden, und der ist für die abgelegene Stadt unerlässlich.
Nach Ansicht des Bundes der Steuerzahler hätte Rahden allerdings über den Flächennutzungsplan eine andere Nutzung ausschließen können. Dann hätte die Bahn wohl keinen anderen Käufer gefunden. Allerdings hätte sie das Grundstück dann womöglich auch nicht für nur 12.000 Euro an die Stadt verkauft. Auf lange Sicht wäre dies vermutlich dennoch günstiger gewesen.
Kritisiert wird von einigen Bürgern auch die geplante Nutzung des Gebäudes: Die DRK-Kleiderkammer soll im Gebäude bleiben, ihre Nachbarn werden das Stadtarchiv, die Chronikgruppe, das Trauzimmer des Standesamtes und ein Festsaal, der von einer Laien-Theatergruppe, einem Seniorentreff und dem DRK genutzt wird. Einzig zahlender Mieter wird ein Kiosk-Besitzer sein. Dennoch spricht der Bürgermeister von finanziellen Vorteilen: „Der Pavillon der Laienspielgruppe hätte sonst für etwa 22.000 Euro saniert werden müssen, diese Kosten spart die Stadt nun“, so Hachmann. Ein weiterer Vorteil: Das Stadtarchiv, das bisher im Büchereigebäude, in einer Grundschule und im Rathaus untergebracht war, hat nun einen einzigen Standort. Zudem können nun Bücherei, Schule und Rathaus den freigewordenen Platz nutzen.
Ein Gastronom mit gutem Konzept fand sich nicht
Dennoch wäre es auch Hachmann lieber gewesen, ein Gastronomiebetrieb wäre im Bahnhof eingezogen. Doch es fand sich kein Interessent mit einem tragbaren Konzept. Dass es dann mehr als ein Jahr dauerte, bis ein neues Nutzungskonzept gefunden war, sei in der Tat ein Fehler gewesen.
Aber hat die Stadt ansonsten alles richtig gemacht? Viele Alternativen hatte sie nach Ansicht des BdSt jedenfalls nicht. Trotzdem bleibt das ungute Gefühl, dass sie sich ein teures Objekt mit hohen Folgekosten hat aufzwingen lassen.
Stadt Rahden - ein stolzer Bahnhofsbesitzer?
Zumindest einige Bürger sehen den Kauf und die Nutzung des Bahnhofgebäudes kritisch.Deutsche Bahn setzte Stadt Pistole auf die

Um den Omnibusbahnhof zu sichern kaufte die Stadt das gesamte Bahnhofsgelände. Brust
Die Folgekosten muss die Stadt aber alleine tragen, und die belaufen sich auf jährlich rund 70.000 Euro. Zuviel, kritisieren einige Bürger. „Wir hatten keine Wahl“, hält Bürgermeister Bernd Hachmann dagegen. Hätte die Stadt nämlich nicht das Gesamtpaket akzeptiert, hätte die Bahn das Gebäude und die Flächen einzeln an Dritte verkauft. Dann wäre der Omnibusbahnhof womöglich einer anderen Nutzung zugeführt worden, und der ist für die abgelegene Stadt unerlässlich.
Nach Ansicht des Bundes der Steuerzahler hätte Rahden allerdings über den Flächennutzungsplan eine andere Nutzung ausschließen können. Dann hätte die Bahn wohl keinen anderen Käufer gefunden. Allerdings hätte sie das Grundstück dann womöglich auch nicht für nur 12.000 Euro an die Stadt verkauft. Auf lange Sicht wäre dies vermutlich dennoch günstiger gewesen.
Kritisiert wird von einigen Bürgern auch die geplante Nutzung des Gebäudes: Die DRK-Kleiderkammer soll im Gebäude bleiben, ihre Nachbarn werden das Stadtarchiv, die Chronikgruppe, das Trauzimmer des Standesamtes und ein Festsaal, der von einer Laien-Theatergruppe, einem Seniorentreff und dem DRK genutzt wird. Einzig zahlender Mieter wird ein Kiosk-Besitzer sein. Dennoch spricht der Bürgermeister von finanziellen Vorteilen: „Der Pavillon der Laienspielgruppe hätte sonst für etwa 22.000 Euro saniert werden müssen, diese Kosten spart die Stadt nun“, so Hachmann. Ein weiterer Vorteil: Das Stadtarchiv, das bisher im Büchereigebäude, in einer Grundschule und im Rathaus untergebracht war, hat nun einen einzigen Standort. Zudem können nun Bücherei, Schule und Rathaus den freigewordenen Platz nutzen.
Ein Gastronom mit gutem Konzept fand sich nicht
Dennoch wäre es auch Hachmann lieber gewesen, ein Gastronomiebetrieb wäre im Bahnhof eingezogen. Doch es fand sich kein Interessent mit einem tragbaren Konzept. Dass es dann mehr als ein Jahr dauerte, bis ein neues Nutzungskonzept gefunden war, sei in der Tat ein Fehler gewesen.
Aber hat die Stadt ansonsten alles richtig gemacht? Viele Alternativen hatte sie nach Ansicht des BdSt jedenfalls nicht. Trotzdem bleibt das ungute Gefühl, dass sie sich ein teures Objekt mit hohen Folgekosten hat aufzwingen lassen.






