Bund der Steuerzahler NRW - Recht auf Vorsteuerabzug bleibt

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27.02.2015

Recht auf Vorsteuerabzug bleibt

BFH: Fehlende Rechnung kann ersetzt werden.


(Foto: fotolia)
Den Nachweis darüber, dass ein anderer Unternehmer Steuern für Lieferungen oder sonstige Leistungen gesondert in Rechnung gestellt hat, kann der Unternehmer mit allen verfahrensrechtlich zulässigen Beweismitteln führen. Das entschied der Bundesfinanzhof. Damit geht das Recht, den Vorsteuerabzug geltend zu machen, nicht zwingend unter, wenn die Rechnung verloren geht.

München. Was passiert mit dem Vorsteuerabzug, wenn ein Unternehmer eine Rechnung verloren hat? Diese Frage musste der Bundesfinanzhof (BFH) entscheiden. In dem Fall sollte der Kläger seine Buchführungsunterlagen wegen einer Betriebsprüfung zum Finanzamt bringen. Diesem Verlangen konnte der Kläger jedoch nicht nachkommen, da der Transporter mit den gesamten Buchführungsunterlagen und der EDV-Anlage, auf der die Buchführung gespeichert war, vom Betriebsgelände gestohlen worden war. Daraufhin kürzte der Betriebsprüfer die Vorsteuerbeträge im Wege der Schätzung um 40 Prozent. Dagegen wendete sich der Kläger.

Wenn ein Steuerpflichtiger sein Recht auf Vorsteuerabzug geltend machen will, setzt dies grundsätzlich voraus, dass er die Originalrechnung vorlegen kann. Der Steuerpflichtige trägt die objektive Beweislast dafür, dass er die Originalrechnung zum Zeitpunkt des Vorsteuerabzugs besessen hat. Ist die Eingangsrechnung nicht mehr vorhanden, kann der Unternehmer den Nachweis, dass er die Rechnung zumindest zum Zeitpunkt des geltend gemachten Vorsteuerabzugs hatte, mit allen verfahrensrechtlich zulässigen Beweismitteln führen, zum Beispiel mit Kopien oder Zweitausfertigungen der Originalrechnung. Dabei ist zu beachten, dass es erforderlich ist, Einzelheiten des tatsächlichen Leistungsbezugs darzulegen und nachzuweisen. Sind nachweislich Eingangsrechnungen für tatsächlich bezogene Leistungen vorhanden gewesen, aber in der Zwischenzeit verloren gegangen und können sie auch nicht mehr rekonstruiert werden, so sind die abziehbaren Vorsteuerbeträge ggf. zu schätzen.
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