Bund der Steuerzahler NRW - Kombibad in Höxter: Bürger schwimmen ans rettende Ufer

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19.02.2010

Kombibad in Höxter: Bürger schwimmen ans rettende Ufer

Stadt muss nun kostengünstigerer Sanierung statt Neubau in Angriff nehmen.

Schiffbruch auf ganzer Linie hat die CDU in Höxter erlitten. Sie wollte das Freibad und das Hallenbad zugunsten eines neuen Kombibades aufgeben. Doch die Bürger haben den Konservativen einen Strich durch die Rechnung gemacht und die Sanierung der alten Bäder durchgesetzt.

Höxter. Das Hallenbad und das Freibad in Höxter sind in die Jahre gekommen. Beide müssen dringend saniert werden. Für die CDU-Fraktion im Rat der Stadt Höxter war dies ein willkommener Anlass, ein neues Kombibad ins Gespräch zu bringen. Der Neubau sollte die beiden alten Bäder ersetzen und durch Sauna, Whirlpool und Rutsche für die Besucher attraktiver werden. Zudem sei ein Neubau preiswerter als die Sanierung, die mit acht Millionen Euro zu Buche schlage, argumentierte die CDU.

Falsch, konterten SPD, FDP, Grüne und UWG. Ihre Berechnungen ergaben, dass eine Sanierung nur fünf, ein Kombibad dagegen 15 Millionen Euro kosten würde. Weitere Argumente, die für den Erhalt der beiden Bäder sprechen: Das Hallenbad ist für die Schüler fußläufig zu erreichen, es gibt gesicherte Schwimmzeiten für die Vereine, das Freibad habe als einziges Bad in der ganzen Region ein 50-Meter-Becken, die Folgekosten eines Kombibades seien nicht bekannt, und die Spaßbäder in der Umgebung seien defizitär und eine Konkurrenz.


Trotz absoluter Mehrheit im Rat legte die CDU mit ihren Schwimmbadplänen einen Bauchplatscher hin. (Foto: fotolia)
Die Bürger schlossen sich diesem Widerstand an. Rund 4.000 unterschrieben im Mai 2009 ein Bürgerbegehren, in dem sie den Erhalt der alten Bäder verlangten. Doch die CDU, die damals im Rat die absolute Mehrheit hatte, hielt an ihren Plänen fest und beauftragte eine Unternehmensberatung, ein Gutachten zu erstellen. Dieses Gutachten bezifferte die Kosten für eine Sanierung der beiden bestehenden Bäder auf rund acht Millionen Euro und untersuchte mehrere Varianten für einen Neubau. Der würde demnach sieben beziehungsweise neun Millionen Euro kosten, je nach Größe und Ausstattung.

Die Bürger gaben dennoch nicht auf, im August kam es zu einem Bürgerentscheid mit eindeutigen Ergebnis: Von den gut 11.200 Bürgern die sich am Bürgerentscheid – der, wie es ein Ratsbeschluss aus früheren Zeiten vorsah, nur per Briefwahl vorgenommen werden konnte – beteiligten, stimmten 60 Prozent (6.779 Bürger) dafür, die alten Bäder zu sanieren. Damit erteilten sie den einsamen Plänen der damaligen Mehrheitsfraktion eine klare Absage. Hätte die CDU den Bürgerwillen bereits nach dem Bürgerbegehren akzeptiert, hätte die Stadt Höxter die Kosten für das Gutachten und den Bürgerentscheid sparen können.
Doch ein finanzieller Wermutstropfen bleibt auch den Siegern: Im November wurde bekannt, dass die Sanierung des Hallenbades für unter vier Millionen Euro nicht zu haben sein wird.
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