Bund der Steuerzahler NRW - Grundsteuer B: Diese Städte verlangen am meisten

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05.05.2011

Grundsteuer B: Diese Städte verlangen am meisten

Bund der Steuerzahler NRW vergleicht den Hebesatz der NRW Kommunen und zeigt, wo es eine Erhöhung gab.


(Foto: BdSt NRW)
In Schloß Holte-Stukenbrock zu wohnen zahlt sich aus. Zumindest was die Grundsteuer B anbelangt. Sie lag dort im Jahr 2010 nämlich nur bei 240 Punkten und damit deutlich unter dem Landesdurchschnitt von 444 Punkten. In Essen und Düren dagegen liegt der Hebesatz weit über dem Durchschnitt, nämlich beim Spitzenwert von 590 Prozentpunkten. Düren ist zudem in einer weiteren Rubrik Negativ-Spitzenreiter: Von 2009 auf 2010 wurde dort die Grundsteuer B um 120 Prozentpunkte erhöht.

Nordrhein-Westfalen. Köln, Gelsenkirchen, Bonn, Oberhausen oder Bottrop - sie alle haben eins gemeinsam: Würde man seinen Wohnort allein nach der Höhe der Grundsteuer B auswählen, dann wäre im Jahr 2010 kein Mensch in eine dieser Kommunen gezogen. Denn in diesen Kommunen lag die Grundsteuer B deutlich über dem Landesdurchschnitt von 444 Prozentpunkten. Sprich: Die Bürger dieser Städte mussten bedeutend mehr zahlen, als in anderen Kommunen Nordrhein-Westfalens üblich – das belegen die Hebesätze der Kommunen, die der Landesbetrieb Information und Technik NRW (IT.NRW) veröffentlicht hat.

Die Negativ-Spitzenreiter
Schaut man sich diese Tabelle mit allen 396 Kommunen an, sind die Negativ-Spitzenreiter schnell gefunden: Essen und Düren. Dort lag die Grundsteuer B bei 590 Prozentpunkten. Mit 530 Prozentpunkten weit davon entfernt aber immer noch gut über dem Durchschnitt und auf Platz zwei lagen die Kommunen Bonn, Bottrop, Gelsenkirchen, Marl und Oberhausen. Platz drei belegt Bochum mit 525 Prozentpunkten (Die Top-Ten der höchsten Grundsteuer B-Sätze siehe Abb. 1).

Die Positiv-Spitzenreiter
Dem gegenüber stehen die Spitzenreiter mit der niedrigsten Grundsteuer B – oder anders ausgedrückt, die Orte, in denen wohl jeder wohnen möchte, wenn es um diese Steuer geht. Auf dem ersten Platz landet wie auch schon 2009 Schloß Holte-Stukenbrock mit 240 Prozentpunkten. Platz zwei belegt Straelen mit 250 Prozentpunkten und Harsewinkel liegt mit einer Grundsteuer B-Belastung von 260 Prozentpunkten auf Platz drei. (Die Top Ten der niedrigsten Grundsteuer B-Sätze siehe Abb. 2).

Ein Beispiel
Was es finanziell für die Bürger bedeutet, ob ihre Kommune einen Hebesatz von 240 oder von 590 Prozentpunkten hat, verdeutlicht am besten ein Beispiel: Für ein klassisches Reihenhaus mit mittlerem Wohnwert werden in Schloss Holte-Stukenbrock gut 250 Euro Grundsteuer B pro Jahr fällig. In Essen und Düren hingegen muss für ein solches Reihenhaus mit mittlerem Wohnwert mehr als das doppelte gezahlt werden, nämlich gut 550 Euro.

Die größten Steigerungen
Für die Bürger ebenso interessant ist, ob ihre Kommune den Hebesatz von 2009 auf 2010 erhöht hat. Insgesamt haben 60 Kommunen von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht. Düren ist dabei erneut Negativ-Spitzenreiter. Dort ist die Grundsteuer B um 120 Prozentpunkte gestiegen. Um 94 Punkte stieg sie in Nottuln und um 81 Prozentpunkte in Gütersloh (Top Ten der höchsten Anstiege siehe Abb. 3). Eine längere Liste der Städte, die ihre Hebesätze gesenkt haben, gibt es dagegen nicht – denn nur zwei Kommunen haben diesen Schritt gewagt: In Olfen ging die Grundsteuer B um 21 Prozentpunkte herunter, in Borken um zwei Prozentpunkte.

Ausblick für 2011
Die Mehrheit der Kommunen hat ihre Hebesätze von 2009 auf 2010 also nicht verändert, womit die bei den meisten Kommunen die Grundsteuer B nach wie vor bei etwa 381 Prozentpunkten liegt. Der Bund der Steuerzahler NRW fürchtet allerdings, dass sich dies in diesem Jahr ändern könnte. Denn die Landesregierung plant, den fiktiven Hebesatz der Grundsteuer B, der derzeit bei 381 Prozent liegt, auf 404 Punkte anzuheben. Wird dieser Plan verwirklicht, dann werden viele Kommunen ihre tatsächlichen Hebesätze dem anpassen. Denn: Die fiktiven Hebesätze sind eine entscheidende Größe bei der Berechnung des kommunalen Finanzausgleichs sowie bei der Berechnung der Kreisumlage, die die kreisangehörigen Städte an die übergeordnete Kreisverwaltung zu zahlen haben. Ein Beispiel erklärt am besten wie es funktioniert: Kommune A hat für eine Grundsteuer B von 360 Prozent. Sie liegt damit also unter dem fiktiven Hebesatz von 381 Prozent. Die Folge: Bei der Berechnung des kommunalen Finanzausgleichs geht das Land davon aus, dass die Kommune A finanziell gut aufgestellt ist, da sie geringere Steuersätze erhebt als vom Land angedacht - und dementsprechend erhält die Kommune am Ende weniger Geld als Kommunen, die sich an den Hebesätzen orientiert haben. Damit genau das nicht passiert, sind die örtlichen Steuersätze in vielen Kommunen mindestens so hoch wie die fiktiven Hebesätze. Steigen nun diese fiktiven Hebesätze, ziehen die Kommunen nach.

Gesamtliste Grundsteuer B aller NRW-Kommunen

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