Bund der Steuerzahler NRW - Es regnet, es regnet, der Keller wird nass


02.12.2015

Es regnet, es regnet, der Keller wird nass

Bürger fühlen sich im Stich gelassen, doch die Stadt Alsdorf erklärt, dass Kanäle alle Vorschriften erfüllen


(Foto: BdSt NRW)
Wenn graue Regenwolken aufziehen, schauen die Anwohner der Pützdrieschstraße in Alsdorf mit Sorge zum Himmel auf. Denn sie fragen sich, ob sie wieder mit einem nassen Keller rechnen müssen.
Seit die Stadt Alsdorf vor zehn Jahren die Kanalrohre in der Pützdrieschstraße erneuert hat, klagen die Anwohner bei heftigem oder lang andauerndem Regen über Probleme: Die Straße sei häufig überflutet, in ihren Kellern stehe Wasser. Sie vermuten, dass der neue Kanal nicht leistungsfähig genug ist, und dass das Regenrückhaltebecken in der Pützdrieschstraße nicht hätte vom Kanal abgeklemmt werden dürfen.

Die Stadt Alsdorf hält dagegen: In den 1990er Jahren sei wegen geplanter Neubaugebiete ein neuer Generalentwässerungplan aufgestellt worden, der 1998 aktualisiert wurde. Da das Kanalnetz durch einen Stauraumkanal in der Schillerstraße und einen vergrößerten Kanal in der Pützdrieschstraße erweitert wurde, habe man das Becken außer Betrieb nehmen können. Die Stilllegung des Beckens und der vergrößerte Kanal in der Pützdrieschstraße kosteten 220.000 Euro und wurden über die Abwassergebühren finanziert. Hätte man das Becken weiter nutzen wollen, hätte es, da solche offenen Becken nur in Außenbereichen zulässig sind, durch ein geschlossenes Becken ersetzt werden müssen. Geschätzte Kosten dafür: rund drei Millionen Euro.
Die vorgeschriebenen Anforderungen an die öffentlichen Misch- und Regenwasserkanäle werden in der Pützdrieschstraße erfüllt, erklärt die Stadt Alsdorf unter Bezug auf ein Gerichtsurteil aus dem Jahr 2010. Sie erinnert daran, dass „jeder Eigentümer zum fachmännischen Rückstauschutz seines Hauses verpflichtet ist“, dass also „alle Ablaufstellen unterhalb der sog. Rückstauebene gesichert werden müssen“ und erläutert, dass ein Rückstau entsteht, wenn die Kanäle voll sind und das Abwasser in die Anschlüsse zurückdrückt. Ohne Rückstauschutz führe dies zu überfluteten Kellern.
Die Anwohner überzeugt das nicht. Wenn das Regenwasser im vollen Kanal gegen die Rückstauventile drücke, könne der Regen von den Dächern nicht mehr abfließen und staue sich in den Hausrohren – um dann im Zweifelsfall aus den Toiletten zu laufen. Damit stehen die Aussagen und Erfahrungen der Stadt und ihrer Bürger gegeneinander. Eine befriedigende Lösung für die Pützdrieschstraße ist wohl nicht in Sicht.


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