Bund der Steuerzahler NRW - Die Verteilung der Lohn- und Einkommensteuer

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19.04.2011

Die Verteilung der Lohn- und Einkommensteuer

KBI-Studie zeigt: Mittelschicht trägt größte Last beim Steueraufkommen.


(Foto: Fotolia)
94,2 Prozent des Lohn- und Einkommensteueraufkommens wird von 50 Prozent der Steuerzahler aufgebracht. Der progressive Einkommensteuertarif zeigt also Wirkung. Allerdings sind Bürger mit einem mittleren Einkommen besonders stark belastet, so dass sich die Frage stellt, ob diese Gruppe nicht über Gebühr belastet wird – was durch die heimliche Steuererhöhung noch verstärkt wird.

Düsseldorf. Besserverdienende sollen höhere Steuern zahlen, diese Forderung ist nicht nur gerade in den USA von Präsident Barack Obama zu hören. Auch in Deutschland taucht sie immer wieder auf. Dabei zeigt die aktuelle Lohn- und Einkommensteuerstatistik, dass diese Forderung längst erfüllt ist:

Fünf Prozent der Steuerzahler verdienen 88.324 Euro oder mehr und sie allein tragen 41,8 Prozent des Lohn- und Einkommensteueraufkommens. Das obere Viertel der Einkommen trägt insgesamt 76,5 Prozent zum Steueraufkommen bei. Und ein Vergleich mit früheren Statistiken zeigt, dass die Zahlen angestiegen sind. So erbrachte das obere Viertel 1992 „nur“ 69,6 Prozent des Steueraufkommens, während 2005 der Anteil bereits bei 74,6 Prozent lag.

Noch deutlicher wird, dass die „Besserverdiener“ bereits stark zur „Kasse gebeten werden“, wenn man sich den Anteil des Steueraufkommens anschaut, den die Steuerzahler mit einem Einkommen bis zum 25.585 Euro beitragen. Er beläuft sich auf 5,8 Prozent. Das heißt also: Der progressive Einkommensteuertarif – mit steigendem Einkommen steigt der Steuersatz - zeigt deutliche Wirkung. Angesichts des Gesamtvolumens der Umverteilung muss sogar hinterfragt werden, ob Leistung nicht übergebühr besteuert wird. Nach einer Studie des Karl-Bräuer-Instituts (KBI) vom Bund der Steuerzahler haben nämlich den Löwenanteil an der progressionsbedingten Umverteilung die Bezieher mittlerer Einkommen zu schultern: Auf sie entfallen 60 Prozent des gesamten Lohn- und Einkommensteueraufkommens. Ihr Anteil am gesamten zu versteuernden Einkommen beläuft sich dagegen nur auf knapp 50 Prozent.

Hinzu kommt, dass diese Gruppe bei den Tarifkorrekturen, die seit 1990 durchgeführt wurden, stets zu den Verlierern gehörte. Und die heimlichen Steuererhöhungen – auch kalte Progression genannt – verschärft die Entwicklung noch. Damit könnte Leistung zu sehr „bestraft werden“, wird in der wissenschaftlichen Diskussion gewarnt. Entlastungen für die „Mitte“ werden vermehrt eingefordert. Der Bund der Steuerzahler fordert zudem, den Einkommensteuertarif auf „Räder" zustellen, also an Einkommensentwicklung zu koppeln und die Einkommensgrenze für den Beginn des Spitzensteuersatzes, der gegenwärtig bei 53.000 Euro liegt, deutlich anzuheben.

oberen ... Prozent
der Steuerzahler
Einkünftekumulierter Anteil
an der Einkommensteuer
in Prozent
588.324 Euro
41,8 Prozent
10
66.905 Euro
54,6 Prozent
15
55.789 Euro
63,7 Prozent
20
48.380 Euro
70,8 Prozent
25
42.793 Euro
76,5 Prozent
30
38.319 Euro
81,4 Prozent
35
34.575 Euro
85,4 Prozent
40
31.386 Euro
88,8 Prozent
45
28.644 Euro
91,7 Prozent
50
25.885 Euro
94,2 Prozent

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