Bund der Steuerzahler NRW - Die Preisträger 2008

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18.09.2009

Die Preisträger 2008

Sechs leidenschaftliche Journalisten erhalten Ehrung des BdSt NRW.


Alle Preisträger bis 2008.
Rudolf Augstein hat einmal gesagt „Ein leidenschaftlicher Journalist kann kaum einen Artikel schreiben, ohne im Unterbewusstsein die Wirklichkeit ändern zu wollen.“ Im Umkehrschluss heißt dies, dass der Bund der Steuerzahler 2008 sechs leidenschaftliche Journalisten ausgezeichnet hat. Denn sie haben aufgezeigt, dass Städte trotz leerer Kassen Millionen Euro Steuergelder verschwenden, und dass die Bürger völlig verquere Vorschriften ertragen müssen. Beides haben sie deutlich kritisiert, was zeigt: Sie wollen viele Menschen informieren und die Wirklichkeit verändern - zum Besseren.

Die Preisträger der Kategorie Print
Von links: Christoph Bauer und Jens Helmecke (WR), Georg Lampen (Vorsitzender BdSt NRW) und Torsten Berninghaus (WP).
Journalisten für gute Arbeit auszeichnen und sie anspornen, weiter zu fragen, zu bohren und zu berichten. Das ist das Ziel des BdSt-Journalistenpreises. Zu einer guten umfassenden Berichterstattung gehört aber auch, sich das Thema selbst gründlich zu erarbeiten und es dann verständlich darzustellen. Für die Preisträger der Kategorie Print war dies sicherlich zunächst der schwierigste Teil. Denn als Torsten Berninghaus von der Westfalenpost und Christoph Bauer und Jens Helmecke, Westfälische Rundschau, zum ersten Mal über die Swap-Geschäfte der Stadt Hagen berichteten, wusste mit diesem Begriff kaum einer etwas anzufangen.

Print: drei hartnäckige, vorbildliche Journalisten
Dennoch blieben die drei Preisträger "dran" - auch noch nach der Preisverleihung. Sie deckten auf, was es mit den Zinswetten auf sich hat. Sie befragten Fachleute und konnten schon frühzeitig vermelden, dass diese Geschäfte Hagen einen Verlust von mindestens 50 Millionen Euro bescheren werden. Dadurch informierten sie nicht nur gut, sondern sie erreichen auch, dass die Stadt Hagen für das Schuldenmanagement einen engen Handlungsrahmen abgesteckt und alle Kontroll-Systematiken überarbeitet hat. "Die Autoren sind damit der Wächterfunktion der Journalisten vorbildlich nachgekommen", urteilt die Jury. Und das gleichzeitig zwei Zeitungen nebeneinander.

Annette Teermann
Annette Teermann berichtet von ihren Recherchen.
Hörfunk: Fleißarbeit gekonnt zusammengestellt
Gleich mit acht Fällen von Verschwendung oder überbordender Bürokratie befasste sich die Preisträgerin der Kategorie Hörfunk. In der WDR-Radiosendung "Schilda liegt in NRW" berichtete Annette Teermann unter anderem von unnötigen Abwasserkanälen in Engelskirchen, den utopischen Freizeit-Arena-Plänen des Wermelskirchener Bürgermeisters und dem neuen Bodenbelag auf dem Marktplatz in Lüdenscheid, der einen ganz entscheidenden Nachteil für einen Marktplatz hat: Er darf nicht dreckig werden - die Flecken gehen nicht mehr raus.
Gemeinsam ist allen Beiträgen, dass sie überdurchschnittlich gut sind, urteilte die Jury. Annette Teermann sei es darüber hinaus gelungen, diese Beiträge perfekt zusammenzusetzen. Nur den Titel möchte man am Ende der Sendung gerne ändern - von "Schilda liegt in NRW" zu "NRW liegt offenbar in Schilda".

Fernsehen: entlegenes Thema hervorragend dargestellt
"Dreister als die Polizei erlaubt" hätte der Titel des Preisträger und Juroren
Von links: Georg Lampen, Vorsitzender BdSt NRW, Preisträger Michael Lang und Juror Gisbert Strotdrees.
anschaulichen und sehr gut dargestellten Beitrags von Michael Lang, Preisträger der Kategorie Fernsehen, lauten können. In der WDR-Sendung markt berichtete er über Geschwindigkeitskontrollen der Polizei, die mit falsch geeichten Geräten durchgeführt wurden. Die Folge: Autofahrer wurden völlig zu Unrecht bestraft beziehungsweise zur Kasse. Das Unfassbare: Die Polizei und das Innenministerium wussten von dem Fehler, doch weil das Verfallsdatum der Eichscheine noch nicht überschritten war, wurden die Geräte weiter eingesetzt.
Ein solch "entlegenes" Thema aufzugreifen sei bereits eine gute Leistung, lobte die Jury. Es auch noch so anschaulich und gekonnt darzustellen, sei einfach preiswürdig.

Preisträger Wilfried Massmann
Wilfried Massmann erhielt einen Sonderpreis.
Sonderpreis: Kommentar mit enormen Lesevergnügen
Neben den Preisen in den drei Kategorien hat der BdSt auch einen Sonderpreis verliehen. Er ging an Wilfried Massmann, ehemaliger Redakteur der Neuen Westfälischen. Er kommentierte eine Rede des Bundesfinanzministers Peer Steinbrück vor Wirtschaftsvertretern aus Bielefeld. Dabei scheute er weder davor zurück, den Minister zu kritisieren, noch davor, den örtlichen Vertretern ein paar deutliche Worte zu sagen – scharfzüngig, wortgewandt,
stilistisch einfach gut, wertete die Jury.

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