Stadt und Land > Die Finanzen der Kommunen
19.06.2012
Düsseldorf. Demografischer Wandel – diesen Ausdruck hat man in den vergangenen Jahren so häufig gehört, dass jedem die Probleme, die die Veränderungen der Bevölkerung etwa in Bezug auf die Rentensysteme haben, hinlänglich bekannt sein dürften. Doch die veränderten Bevölkerungsstrukturen werden sich auf kleiner Ebene – im Land und in den Kommunen – bemerkbar machen. Das Statistische Landesamt hat gerade eine Prognose der Einwohnerzahlen für NRW vorgelegt.
Die Hauptergebnisse lauten: Das Land schrumpft und wird überaltern. In den nächsten Jahren wird Nordrhein-Westfalen unter sonst gleichen Bedingungen gut zwei Millionen Menschen verlieren. Ganz deutlich ändert sich auch die Bevölkerungsstruktur. Die Zahl der Senioren im Alter von über 80 Jahren wird 2050 gut 2,2 Millionen Menschen betragen. Heute sind es nur rund 940.000 Menschen, die 80 Jahre und länger leben. In nur einer Generation nimmt damit die Zahl betagter Menschen um mehr als das Doppelte zu. Um exakt 133 Prozent wächst der relative Anteil der älteren Senioren im Lande. Ganz anders die Entwicklung bei den Kleinkindern unter drei Jahren: Davon leben heute gut 440.000 in den 396 Kommunen des Landes. Eine gute Generation später, im Jahr 2050, werden es nur etwas mehr als 340.000 sein. Das entspricht einem Rückgang von rund 25 Prozent. Damit wird deutlich: Die Schere zwischen jüngeren und älteren Menschen geht immer weiter auseinander. Die Zahl der Senioren wächst, ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung ebenfalls. Gleichzeitig fehlt der Nachwuchs. Diese Zusammenhänge müssen verantwortungsvolle Politiker künftig bei ihren Entscheidungen berücksichtigen. Denn es werden auch Menschen fehlen, die die vielen defizitären Einrichtungen mit ihren Steuern finanzieren.


(Quelle: IT.NRW) Betrachten wir Einzelergebnisse. Unter den 23 kreisfreien Städten wird Remscheid nach Angaben der Landesstatistiker in den nächsten 20 Jahren die meisten Einwohner verlieren. Heute gilt Remscheid als Großstadt. Im Jahr 2030 wird das anders aussehen. Die Stadt muss sich auf einen Einwohnerrückgang von gut 16 Prozent einstellen. Remscheid wird in 20 Jahren deutlich weniger als 100.000 Einwohner haben. In ähnlicher Größenordnung wird Hagen Menschen verlieren (Minus 15 Prozent). Im Revier wird Gelsenkirchen den größten Aderlass hinnehmen müssen. Hier erwarten die Experten einen Rückgang um rund neun Prozent.
Anders die Situation in der Rheinschiene. Hier legen viele Städte zu, etwa Köln. Die Domstadt wird bis 2030 ihre Einwohnerzahl im Vergleich zu heute um zehn Prozent erhöhen, Bonn sogar um elf Prozentpunkte. Auch Düsseldorf wird wachsen (Plus 5,9 Prozent), Duisburg aber nicht (Minus 8,6 Prozent). Ganz vorne beim Einwohnerzuzug liegt Münster. Hier geht man von einer stark steigenden Einwohnerzahl von gut 17 Prozent aus. Allerdings geben die Experten den Hinweis, dass diese ungewöhnlich hohe Zunahme der Bevölkerungszahl auch damit zu tun hat, dass mehr als heute Studenten ihre ersten Wohnsitze in die attraktive Universitätsstadt verlegen.
Wie auch immer das Bevölkerungswachstum aussieht: Aus Steuerzahlersicht ist wichtig, dass die Städte und Gemeinden ihre Einrichtungen und Dienstleistungen konsequent der demografischen Entwicklung anpassen. Es liegt auf der Hand, dass die Entwicklung der Einwohnerzahlen Hand in Hand gehen muss mit der Qualität und Quantität der öffentlichen Dienstleistungen. Die kommunale Daseinsvorsorge steht vor riesigen Herausforderungen. Städte, die Einwohner verlieren, müssen heute schon Kindergärten, Alteneinrichtungen, Freizeitanlagen, aber auch Bussysteme anpassen. Weniger Einwohner benötigen tendenziell auch nur kleinere Kläranlagen. Auch Müllmengen werden kleiner. Betreiber von Müllverbrennungsanlagen sollten dies heute schon berücksichtigen. Auch Straßen und Ampeln sind rechtzeitig umzubauen. Vereinfacht gesagt: Senioren brauchen nun einmal deutlich mehr Zeit für die Straßenquerung als jüngere Stadtbewohner. Viele Kommunen klagen aktuell über die Kosten für neue Kinderbetreuungseinrichtungen. Hoffentlich sind sie so geplant, dass sie anno 2030 seniorengerecht sind. Wir werden sie brauchen.
Auf der Seite des Statistischen Landesamtes finden Sie die Ergebnisse für die kreisfreien Städte und die gesamte Untersuchung für NRW.
Wir werden weniger: Einwohnerzahl in NRW sinkt
Studie des Statistischen Landesamt es. Was bedeutet die sinkende Bevölkerungszahl für die Städte?Die Hauptergebnisse lauten: Das Land schrumpft und wird überaltern. In den nächsten Jahren wird Nordrhein-Westfalen unter sonst gleichen Bedingungen gut zwei Millionen Menschen verlieren. Ganz deutlich ändert sich auch die Bevölkerungsstruktur. Die Zahl der Senioren im Alter von über 80 Jahren wird 2050 gut 2,2 Millionen Menschen betragen. Heute sind es nur rund 940.000 Menschen, die 80 Jahre und länger leben. In nur einer Generation nimmt damit die Zahl betagter Menschen um mehr als das Doppelte zu. Um exakt 133 Prozent wächst der relative Anteil der älteren Senioren im Lande. Ganz anders die Entwicklung bei den Kleinkindern unter drei Jahren: Davon leben heute gut 440.000 in den 396 Kommunen des Landes. Eine gute Generation später, im Jahr 2050, werden es nur etwas mehr als 340.000 sein. Das entspricht einem Rückgang von rund 25 Prozent. Damit wird deutlich: Die Schere zwischen jüngeren und älteren Menschen geht immer weiter auseinander. Die Zahl der Senioren wächst, ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung ebenfalls. Gleichzeitig fehlt der Nachwuchs. Diese Zusammenhänge müssen verantwortungsvolle Politiker künftig bei ihren Entscheidungen berücksichtigen. Denn es werden auch Menschen fehlen, die die vielen defizitären Einrichtungen mit ihren Steuern finanzieren.


(Quelle: IT.NRW) Betrachten wir Einzelergebnisse. Unter den 23 kreisfreien Städten wird Remscheid nach Angaben der Landesstatistiker in den nächsten 20 Jahren die meisten Einwohner verlieren. Heute gilt Remscheid als Großstadt. Im Jahr 2030 wird das anders aussehen. Die Stadt muss sich auf einen Einwohnerrückgang von gut 16 Prozent einstellen. Remscheid wird in 20 Jahren deutlich weniger als 100.000 Einwohner haben. In ähnlicher Größenordnung wird Hagen Menschen verlieren (Minus 15 Prozent). Im Revier wird Gelsenkirchen den größten Aderlass hinnehmen müssen. Hier erwarten die Experten einen Rückgang um rund neun Prozent.
Anders die Situation in der Rheinschiene. Hier legen viele Städte zu, etwa Köln. Die Domstadt wird bis 2030 ihre Einwohnerzahl im Vergleich zu heute um zehn Prozent erhöhen, Bonn sogar um elf Prozentpunkte. Auch Düsseldorf wird wachsen (Plus 5,9 Prozent), Duisburg aber nicht (Minus 8,6 Prozent). Ganz vorne beim Einwohnerzuzug liegt Münster. Hier geht man von einer stark steigenden Einwohnerzahl von gut 17 Prozent aus. Allerdings geben die Experten den Hinweis, dass diese ungewöhnlich hohe Zunahme der Bevölkerungszahl auch damit zu tun hat, dass mehr als heute Studenten ihre ersten Wohnsitze in die attraktive Universitätsstadt verlegen.
Wie auch immer das Bevölkerungswachstum aussieht: Aus Steuerzahlersicht ist wichtig, dass die Städte und Gemeinden ihre Einrichtungen und Dienstleistungen konsequent der demografischen Entwicklung anpassen. Es liegt auf der Hand, dass die Entwicklung der Einwohnerzahlen Hand in Hand gehen muss mit der Qualität und Quantität der öffentlichen Dienstleistungen. Die kommunale Daseinsvorsorge steht vor riesigen Herausforderungen. Städte, die Einwohner verlieren, müssen heute schon Kindergärten, Alteneinrichtungen, Freizeitanlagen, aber auch Bussysteme anpassen. Weniger Einwohner benötigen tendenziell auch nur kleinere Kläranlagen. Auch Müllmengen werden kleiner. Betreiber von Müllverbrennungsanlagen sollten dies heute schon berücksichtigen. Auch Straßen und Ampeln sind rechtzeitig umzubauen. Vereinfacht gesagt: Senioren brauchen nun einmal deutlich mehr Zeit für die Straßenquerung als jüngere Stadtbewohner. Viele Kommunen klagen aktuell über die Kosten für neue Kinderbetreuungseinrichtungen. Hoffentlich sind sie so geplant, dass sie anno 2030 seniorengerecht sind. Wir werden sie brauchen.
Auf der Seite des Statistischen Landesamtes finden Sie die Ergebnisse für die kreisfreien Städte und die gesamte Untersuchung für NRW.





