Presse > Der BdSt-Journalistenpreis
15.11.2010
Der Bund der Steuerzahler NRW hat den BdSt-Journalistenpreis 2010 verliehen: Im Düsseldorfer Malkasten vergab der Verband am 9. November einen Sonderpreis und zeichnete in den Kategorien Print, Hörfunk und Fernsehen Redakteure und freie Journalisten aus, „die ihre Arbeit auf ganz und gar nicht selbstverständliche Weise erledigt haben und noch immer erledigen“, wie Georg Lampen, Vorsitzender des BdSt NRW und Mitglied der Jury für den Journalistenpreis, erklärte.

In der Kategorie Print wurde ein Team von Redakteuren des Bonner Generalanzeigers ausgezeichnet. (Fotos: Udo Geisler) So sei es in Zeiten sinkender Abonnentenzahlen und knapper Ressourcen alles andere als selbstverständlich, dass eine Zeitung gleich mehrere Redakteure auf ein Thema ansetze, dass dieses Thema trotz vieler Widerstände und sogar Drohungen weiterverfolgt und dass es schließlich auch noch umfassend und gut dargestellt werde. Auf die Serie „Das Millionengrab“ des Bonner General-Anzeigers über die Machenschaften rund um das World Conference Center Bonn (WCCB), trifft dies jedoch alles zu: Insgesamt acht Redakteure aus unterschiedlichen Ressorts deckten auf, dass das WCCB, das die Stadt Bonn nicht einen Cent kosten sollte, tatsächlich mindestens 200 Millionen Euro Steuergelder verschlingt. Das herauszufinden und kontinuierlich darüber zu berichten bedurfte Mut, Spürsinn, Hartnäckigkeit und Durchhaltevermögen und genau dafür wurde das Redaktionsteam nun vom BdSt ausgezeichnet.

Juror Bernd Müller stellte Caroline Nokel und Valentin Thurn, die Preisträger der Kategorie Hörfunk, vor (v.l.). Spürsinn und Hartnäckigkeit bewiesen auch die Preisträger der Kategorie Hörfunk: Caroline Nokel und Valentin Thurn. In ihrem Beitrag für WDR 5 deckten sie die hessische Steuerfahnderaffäre auf: Vier Steuerfahnder, die einem Steuerskandal auf der Spur waren, wurden bei ihrer Arbeit behindert und schließlich sogar gegen ihren Willen in Rente geschickt. Der ehemalige hessische Ministerpräsident Roland Koch blieb dennoch bei seiner Meinung „Es gibt keinen Skandal“. Die beiden Journalisten sahen es anders und schafften es zugleich, einen spannenden Beitrag zu produzieren, bei dem es Spaß mache, zuzuhören, und der einem Krimi in nichts nachstehe, lobte die Jury.

v.l.: Adrian-Basil Mueller, Preisträger der Kategorie Print, Dr. Helmut Herles (Juror) und Helmuth Frauendorfer (Preisträger). Spaß hatten die Juroren sowie die Gäste der Preisverleihung auch bei dem ausgezeichneten Film über Oberhausen aus der Sendung „Fakt“ des MDR. Darin zeigte Autor Adrian-Basil Müller in „phantastischer Weise“, was es für Folgen hat, die Stadt mit der höchsten Pro-Kopf-Verschuldung ganz Deutschlands zu sein. Wie es dagegen aussieht, schuldenfrei zu sein, zeigte der Film seines Kolleg Helmuth Frauendorfer über die Stadt Langenfeld. Beide Filme zusammen seien „die Brennpunkte einer Ellipse“, so die Jury. Sie hob zudem hervor, dass die beiden Filme ein großartiges Beispiel für guten Journalismus seien, da nicht nur das negativ Beispiel, sondern auch das positive dargestellt wurde.

Wolfgang Kintscher erhielt für seine Serie "Sind wir noch zu retten?" einen Sonderpreis, den ihn Annette Teermann (Jurorin) überreichte. Richtig guten Journalismus bescheinigte die Jury auch Wolfgang Kintscher von der NRZ, der den Sonderpreis erhielt. Er hatte in seiner Serie „Sind wir noch zu retten?“ zwar keinen Skandal aufgedeckt, aber er schaffte es, darin den Haushalt der Stadt so zu erklären, dass ihn wirklich jeder Bürger versteht. „Ich wollte damit alle auf den gleichen Stand bringen, damit auch alle beim Haushalt mitreden können“, erklärte Kintscher bei der Preisverleihung.
Es war bereits das elfte Mal, dass der Bund der Steuerzahler zu dieser Veranstaltung eingeladen hatte. „Wir wollen mit dieser Auszeichnung Journalisten ehren, die durch ihre Beiträge das Bewusststein der Öffentlichkeit für einen verantwortungsvollen Umgang mit Steuergeldern, Gebühren und Beiträgen gefördert haben, und dadurch andere Journalisten anspornen, dieser Aufgabe weiter nachzugehen“, erklärt Lampen. Neben ihm gehören noch Bernd Müller, ehemaliger Moderator beim WDR-Fernsehen, Armin E. Möller, freier Journalist, Dr. Helmut Herles, freier Autor und ehemaliger Chefredakteur des Bonner General-Anzeigers und jeweils ein ehemaliger Preisträger der Jury an.
In diesem Jahr sei die Entscheidung über die Preisträger besonders schwer gefallen, waren sich die Juroren einig. Zum einen weil die Zahl der Bewerbung deutlich größer war als in den vergangenen Jahren. Zum anderen, weil die Qualität der Beiträge erheblich zugenommen habe.
Weitere Informationen zum Journalistenpreis und den Anforderungen, die die Bewerber erfüllen müssen, finden Sie hier.
BdSt NRW verleiht Journalistenpreis 2010
Jury hatte es schwer: Qualität und Quantität der Bewerbungen hat zugenommen.
In der Kategorie Print wurde ein Team von Redakteuren des Bonner Generalanzeigers ausgezeichnet. (Fotos: Udo Geisler) So sei es in Zeiten sinkender Abonnentenzahlen und knapper Ressourcen alles andere als selbstverständlich, dass eine Zeitung gleich mehrere Redakteure auf ein Thema ansetze, dass dieses Thema trotz vieler Widerstände und sogar Drohungen weiterverfolgt und dass es schließlich auch noch umfassend und gut dargestellt werde. Auf die Serie „Das Millionengrab“ des Bonner General-Anzeigers über die Machenschaften rund um das World Conference Center Bonn (WCCB), trifft dies jedoch alles zu: Insgesamt acht Redakteure aus unterschiedlichen Ressorts deckten auf, dass das WCCB, das die Stadt Bonn nicht einen Cent kosten sollte, tatsächlich mindestens 200 Millionen Euro Steuergelder verschlingt. Das herauszufinden und kontinuierlich darüber zu berichten bedurfte Mut, Spürsinn, Hartnäckigkeit und Durchhaltevermögen und genau dafür wurde das Redaktionsteam nun vom BdSt ausgezeichnet.

Juror Bernd Müller stellte Caroline Nokel und Valentin Thurn, die Preisträger der Kategorie Hörfunk, vor (v.l.). Spürsinn und Hartnäckigkeit bewiesen auch die Preisträger der Kategorie Hörfunk: Caroline Nokel und Valentin Thurn. In ihrem Beitrag für WDR 5 deckten sie die hessische Steuerfahnderaffäre auf: Vier Steuerfahnder, die einem Steuerskandal auf der Spur waren, wurden bei ihrer Arbeit behindert und schließlich sogar gegen ihren Willen in Rente geschickt. Der ehemalige hessische Ministerpräsident Roland Koch blieb dennoch bei seiner Meinung „Es gibt keinen Skandal“. Die beiden Journalisten sahen es anders und schafften es zugleich, einen spannenden Beitrag zu produzieren, bei dem es Spaß mache, zuzuhören, und der einem Krimi in nichts nachstehe, lobte die Jury.

v.l.: Adrian-Basil Mueller, Preisträger der Kategorie Print, Dr. Helmut Herles (Juror) und Helmuth Frauendorfer (Preisträger). Spaß hatten die Juroren sowie die Gäste der Preisverleihung auch bei dem ausgezeichneten Film über Oberhausen aus der Sendung „Fakt“ des MDR. Darin zeigte Autor Adrian-Basil Müller in „phantastischer Weise“, was es für Folgen hat, die Stadt mit der höchsten Pro-Kopf-Verschuldung ganz Deutschlands zu sein. Wie es dagegen aussieht, schuldenfrei zu sein, zeigte der Film seines Kolleg Helmuth Frauendorfer über die Stadt Langenfeld. Beide Filme zusammen seien „die Brennpunkte einer Ellipse“, so die Jury. Sie hob zudem hervor, dass die beiden Filme ein großartiges Beispiel für guten Journalismus seien, da nicht nur das negativ Beispiel, sondern auch das positive dargestellt wurde.

Wolfgang Kintscher erhielt für seine Serie "Sind wir noch zu retten?" einen Sonderpreis, den ihn Annette Teermann (Jurorin) überreichte. Richtig guten Journalismus bescheinigte die Jury auch Wolfgang Kintscher von der NRZ, der den Sonderpreis erhielt. Er hatte in seiner Serie „Sind wir noch zu retten?“ zwar keinen Skandal aufgedeckt, aber er schaffte es, darin den Haushalt der Stadt so zu erklären, dass ihn wirklich jeder Bürger versteht. „Ich wollte damit alle auf den gleichen Stand bringen, damit auch alle beim Haushalt mitreden können“, erklärte Kintscher bei der Preisverleihung.
Es war bereits das elfte Mal, dass der Bund der Steuerzahler zu dieser Veranstaltung eingeladen hatte. „Wir wollen mit dieser Auszeichnung Journalisten ehren, die durch ihre Beiträge das Bewusststein der Öffentlichkeit für einen verantwortungsvollen Umgang mit Steuergeldern, Gebühren und Beiträgen gefördert haben, und dadurch andere Journalisten anspornen, dieser Aufgabe weiter nachzugehen“, erklärt Lampen. Neben ihm gehören noch Bernd Müller, ehemaliger Moderator beim WDR-Fernsehen, Armin E. Möller, freier Journalist, Dr. Helmut Herles, freier Autor und ehemaliger Chefredakteur des Bonner General-Anzeigers und jeweils ein ehemaliger Preisträger der Jury an.
In diesem Jahr sei die Entscheidung über die Preisträger besonders schwer gefallen, waren sich die Juroren einig. Zum einen weil die Zahl der Bewerbung deutlich größer war als in den vergangenen Jahren. Zum anderen, weil die Qualität der Beiträge erheblich zugenommen habe.
Weitere Informationen zum Journalistenpreis und den Anforderungen, die die Bewerber erfüllen müssen, finden Sie hier.






